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Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft

gegründet 1817

Postscheckkonto; Frankfurt (Main) 7906 Fernruf: 78904

Oberlais, den 31. Juli 1945

Senckenberg-Anlage 25

Lieber Herr ProfessorJ

.Bei meinem letzten Besuch in Frankfurt habe ich zwar die Frage, ob ich in meiner Wohnung einen Arbeitsplatz für mich (und eventuell i ^ eine Laborantin) einrichten könnte, angeschnitten, ohne indessen eine Antwort bekommen zu können. Ich möchte S 1 e deshalb nochmals an die Angelegenheit erinnern. Es steht ein Zimmer von etwa. 14 qm zur Ver­fügung, das sich unsere Hausleute widerrechtlich^ohne Meldung beim Wohnungsamt angeeignet haben. Das E^ep'aar wohnte schon seit März 1944 im Erdgeschoss bei Tochter und Schwiegersohn, die offenbar ihre Elteirn nicht bei sich haben wollten.

Die Wohnung hat 4-^- Zimmer, und wir sind mit Haushälterin und Tochte-' 5 Personen. In dem Zimmer könnte man das Hotwendigste zur Arbeit un­terbringen, und ich glaube sicher, dass es Ihnen, wie auch in den andern Fällen, glücken wird, den Raum vom Wohnungsamt frei zu bekommen übrigens glaube ich, dass sich auch im Museum noch viel Arbeit für £iich findet, wenn ich erst einmal ständig in Frankfurt bin.

Haben Sie inzwischen ein Rad für mich beantragt? Ich weiss nicht, oto ich Ihnen klar genug gesagt habe, dass ich dies Rad für mich bes ( y'halten will und rnd^ene Nichte versuchen soll, selbst einen Bezugschein zu bekommen; doch werden Privatpersonen frühestens ab Oktober berück- Sichtigt. ^