Lieber Herr Professor!
Gestern(Freitag Abend) kam die Tochter unseres Mitgliedes H. Fehl und fragte im Kamen ihrer Mutter, ob Senekenberg an der Steinsamm* lung ihres Vaters, der im Juni verstorben sei, Interesse habe.Wenn jm, so möchten wir uns die Sachen doch einmal ansehen und sehnetlstens abholen lassen, da die Wohnung geräumt werden müsse. Ich erwiderte, dass wir, wenn eine Schenkung in Frage käme, gerne bereit seien,die Sammlung zu übernehmen. Zufällig weilte Dr.RUNZHEIMER an dem Abend bei uns,sodass ich ihn bitten konnte,mitzukommen und die Sammlung zu begutachten. Sie ist nicht sehr umfangreich, aber gut geordnet und katalogisiert und enthält auch einige ganz nette Sachen. Ich dachte, dass man sie immerhin zum Wiederaufbau der geol.Lehrsammlung gegebenenfalls verwenden könne, was auch die Meinung von' Dr.Runzheimer
war. , ...
Wir kamen dann mit der Frau überein, dass sie uns den dazugehörigen Schrank mit überlässt, den sie allerdings vergütet haben möchte. Ich bat sie, uns den Preis zu nennen, was sie im Augenblick nicht konnte. Sie wollte sich erkundigen und später darauf zurückkommen.
Es gelang mir dann, noch am gleichen Abend einen Spediteur in Griesheim aufzutreiben, dar heute Samstag Nachmittag den Schrank ins Mus»um bringen will. Ich werde sowohl beim Aufladen als auch beim Abladen zu= gegen sein, damit die Kästchen in den Schubladen nicht durcheinander geraten.
Interessant ist allerdings, dass das Glanzstück der Sammlung, ein Homanolotus spec., für das Herr und Frau Prof .Richter-, als es ihnen seinerzeit zur.Bestimmung vorgelegt wurde, grösstes Interesse bekundeten, nmäsht dabei/ist. Auf vorsichtiges Tasten danebh erklärte mir Frau FEHL, dass das Stück, für das damals Senekenberg interessiert gewesen sei, sich in Gross-Felda, dem.letzten Aufenthaltsort ihres Mannes befinde. Eg gehöre aber zu der Sammlung und wir würden es noch bekommen. Sie meint es dort noch gesehen zu haben. Wir müssten uns jetzt nur irgendwie dahinter klemmen, dass die Sache nicht in Vergessenheit gerät und das Stück für Senekenberg verloren ist. Es wäre vielleicht schade darum.
Soweit mein Bericht zu Ihrer Information.
Ich hoffe, dass ich in Ihrem und im Sinne Senckenbergs gehandelt habe.
Mit herzlichen Grüssen
Ihr
DU