Frau

Dr.E.SCKAEFER Giessen i.H. Goethestrasse 44

12.8.1941

Sehr geehrte Frau Schäfer!

Haben Sie besten Dank für Ihren Anruf, vor allem aber Ihrer Zusage, bei der Gebergabe des Hauses an die Flak zugegen sein zu wollen. Sie haben uns damit im Hinblick auf die Anstalt einen grossen Dienst er­wiesen.

Ich habe Ihren Entschluss, am Montag, den 25.8.1941 nach Wilhelms® haven zu fahren, dem Kommandeur der Flak mitgeteilt und hoffe, dass dieser mit der Belegung der Räume bis zu diesem Zeitpunkte wartet.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie bei der Gebergabe wegen der Wieder® herrichtung der Räume nach Kriegsschluss fragen würden. Ich habe wohl schon in meinem Bestätigungsschreiben danach gefragt, aber es dürfte besser sein, wenn Sie nochmals mündlich davon anfatngen würden- Ich nehme ja an, dass Sie einmal persönlich mit dem Kommandeur Zusammenkommen werden. Es ist auch klar, dass der Fussboden-Belag, die Schlafsofas, Tische usw. bei der Bewohnung leiden, wie ist es eigentlich mit dem Propan-Gas. Ich habe heute eine Rechnung der Firma Conr.KELLNER,Bremen, Ansgarikirchhof 5 erhalten. Wenn die Küche benutzt werden soll, muss die Dienststelle Gas beziehen und damit auch die Flaschen-und St.(?)- Miete übernehmen.

Ich bin vollkommen Ihrer Ansicht, dass der jetzige Luftschutzkeller abgeschlossen bleibt und hierin noch weiteres Material untergestellt wird, una dass als neu herzurichtender Luftschutz-Keller die Werkstatt genommen wird. Die Heizung ist doch in Ordnung. Wieviel Koks,Holz usw. äst noch vorhanden? Das untere Gescil0 fSammlung,Arbeitsraum,Bibliothek Labor würde ich Vorschlägen abzuschliessen. Die Dunkelkammer (Gerät?) kann ja nach den Wünschen des Kommandeurs zur Verfügung gestellt werden oder auch bleiben. Was steht eigentlich im Anbau? Ich würde vorschlagen, auch hier alles abzuschliessen.

Sollte mir noch etwas einfallen, so werde ich Ihnen noch Nachricht zukommen lassen. Das Monatsgehalt betrug Mk.444.91 (einschliesslich Mk.l Kinderzulage). Mit nochmaligem Dank und Heil Hitler!