München, den 27» Mai 1941.
Sehr geehrter Herr Doktor!
Für Ihr liebenswürdiges Schreiben vom 19.5*41. und die Zusendung der beiden Bilder danke ich Ihnen sehr herzlich. Ich glaube freilich nur dann Ihr Anerbieten, eines der Bilder oder beide an mich abzutreten, annehmen zu dürfen, wenn ich Sie damit nicht Ihres schönsten oder der einzigen Bildandenken an Drevermann beraube. Wenn ich zwischen den zwei Aufnahmen wählen sollte, würde ich mich ja unbedingt für die Aufnahme des Kopfes von N.&C.
Hess entscheiden, und es wäre mir sehr unangenehm zu denken, daß ich mit dieser Wahl zu unbescheiden wäre.
Es sei denn, daß Sie -was aus Ihrem Schreiben nicht her= yorgeht- dieses Bild (oder beide) als Duplikate) an mich überlassen könnten und selbst noch beide oder wenigstens das eine in einem weiteren Exemplar für sich behielten.
Ich möchte Sie bitten, mir vielleicht ganz kurze Nachricht hierüber zu geben.
Im übrigen habe ich auf alle Fälle einer hiesigen photographischen Anstalt Auftrag erteilt, eine Reproduktion der Hess’sehen Aufnahme zu versuchen. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, daß die Reproduktion nur bei einer gleichzeitigen Verschledhterung der Bildwirkung LLA zu gewinnen ist, und für diesen Fall wäre ich natürlich sehr froh, wenn ich Ihr Angebot der Ueberlassung des Originals mit halbwegs gutem Gewissen annehmen könnte. Würde dagegen die Reproduktion ohne wesentliche Beeinträchtigung der Wirkung gelingen, so würde es mich sehr freuen, Ihnen das Original zurücksenden zu dürfen. Sicher haben Sie sich doch, falls es nicht ein Duplikat war, nur schwer davon getrennt.
Die Reproduktion soll etwa eine Woche nach Pfingsten fertig sein. Anschließend werde ich Sie über meine endgültige Entscheidung benachrichtigen. Bis dahin bitte ich, wie gesagt , noch um eine kurze Mitteilung von Ihnen, ob die beiden mir übersandten Exemplare Duplikate waren oder nicht.
Da ich selbst seit 1924 ununterbrochen Mitglied der SNG bin, hatze ich das von Ihnen mitgeschickte Heft von"Natur und Volk" zu Werbezwecken in Benutzung genommen. Ich hoffe, am hiesigen Botanischen Institut der Universität, wo ich an meiner Dissertation arbeite, vielleicht wenigstens einen "Teilnehmer" damit gewinnen zu können. Den etwaigen Interessenten werde ich natürlich auf Wunsch noch alle früheren Hefte seit 1925, die ich alle hier habe, zeigen können. Freilich ist die Werbung hier durch die weite Entfernung von Frankfurt und vom Museum einigermaßen erschwert
Für heute verbleibe ich mit bester Empfehlung und
Heil Hitler!
Ihr dankbar ergebener