»Heinrich Vit« Dahlem
Würzbur£ den 12«März«1942«
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Herrn Dr.Reuling
Senkenbergische Naturforshhende Gesellschaft >
F r a m k iS u r t am'Main»
Senkenberg Anlage 2)«
Sehr geehrter Herr Dr«Heuling!
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Ihr Schreiben vom 19«II«kam in meinen Besitz & habe ich heute auf Ihr Postscheökkonto M 60« einbezahlt!
Sie bemerkne in dem Schreiben :wir haben«lange nichts mehr von Ihnen gehört etc» & das ist kein Wunder«Vielmehr dürfte es ein Wunder zu nennen sein,daß Sie überhaupt wieder etwas von mir zu hören bekommen Am )1. Augujtt 19)9 bekam ich das,was die hohe Wissenschaft den Salz- fluß nennt falscher Y/esie!Nicht nur hatte ich ooa 40 Löcher am Kopfe das wäre noch gegangen aber cca 12 Löcher am Bauchfelle & vielleicht 9 im Krummdatm* so'rgten dafür,daß ich eine fürohteliche Krankheit ^mitmachte,die zu übechstehen nicht möglich gewesen wäre,wenn ich nich meine Erkenntnisse Uber die Darmdrüsen etc weit über das hinuas autodidactisoh erweitert gehabt hätte wie das anatomisch oder physio. logisch bekannt ist!Sollten Sie übfürdiese meine Sachen Interesse ha ben so »fallen Sie mir das» Mitteilung machenipdann schicke ich Ihnen mal mein Diagnosenschema!Hoffentlieh komme ich deßwegen dann nicht nach Dachau auf Lebenszeit!
"eute sende ich Ihnen nun meine Patenteinreichung»nachdem Sie nach der Rü'te fragen,welche eine Ergebnis meiner Rütenforsbbubgen ist! Möchten Sie über das Zustandekommen dieser Sache nähere Aufschlüsse : haben,dann bin ich gerne beriet,ihnen diese auch zu geben!Nachdem ich als Nichtvollaoademiker doch nicht jenen Glauben finden würde» den die Jache verdiente,da ich nur mir selbst bewiesene Thesen auf= stelle,so habe ich bisher unterlassen meinem lieben Senkenberg meine Forschungsergebnisse zuzsenden,ganz & gar nachdem ich von eine GeDlogen & Geophysiker seinerzeit gehört hatte,welche Unanehmlichkei ten Sie mit der Veröffentlichung jener Probearbeit hattenipdie ein Dr« med mit der R^te bei ihnen gemacht hat a f medicinischem Wege! Sie kennen ja den Faust auch den zweiten Teil & jeünefalls auch den sehr oharacteristisohen Spruch Mephistos zu dem Kanzler,der beginnt:Daran erkenne ich den gelehrten Herrn etc!Lag gilt doch heut mehr in Deutschland wie je! x oh will ihnen ein Beispiel geben:Ein Man stürmte in mein Zimmer mit den Worten :ferr Dbhlem auf Geld komrdfy es nicht an,Sie Müssen meine Tochter heilen! & legte mir alle möglichen Schriftstü ke von Sanatorien etc vor«Diese Tochter hatte resp hat Lungen=,Magen» Darmtuberkulose!Ich erklärte ihm,daß ich gerne beriet sei diese Tochter zu he.len,wenn er mir die Erlaubnis von der zustän digen Stelle schriftlich bringen würde!Beschrieb einen B^ief an den Gauleiter L das Reichtgesundheitsamt,in dem er mit meiner Zustimmung erklärte,daß ich auch in einem Krankenhause unter Aufsicht der Aerzte seine Tochter heilen würde!Der Erfolg war,den Gauleiter k konnte er nie sprechen,im Amte bekam er die Auskunft,daß man diesen , errn sehr genau kenne, & wenn der einmal einen Erfolg gehabt hätte, dan wäre das Zufall gewesen!Er solle zu mir gehen,wenn ich helfen würde,käme ich in das Zuchtshaus! 1 !!^as einmal war u-urifbei Tuberkul se mindestens 1)0 bis 200 mal dabei eine grosse Anzahl von Fällen, die ich mikroskopisch nachuntersuchen ließ!Alle mit glänzendem Er= folge geheilt!Die Tochter wird in den Sanatorien zurückgehalten so v