Gelegenheit hätte, unter fachmännischer Leitung die Behandlung von Tie­ren praktisch zu erlernen, was für meine geplante spätere Tätigkeit nur von Vorteil wäre. Auch habe ich daran gedacht, dass ich in einem Zoolo­gischen Museum als Hilfspräparator ankommen könnte, was gleichfalls sehr nützlich wäre, um drüben die gesammelten Pelle, Bälge und Skelette sach- gemäss vorbereiten zu können. Pür diese Schweizer Institute wäre meine Fang- und Sammeltätigkeit in Mäxico und den anderen mitteiamerikanischen Ländern, gegebenenfalls auch Columbien, auf die ich meine Tätigkeit aus­zudehnen gedenke, auch von Nutzen, worauf ich die Herren, falls Sie mei­ne Bitte zu gewähren bereit sind, aufmerksam zu machen bitte. VielMcht wäre es Ihnen auch möglich, sich für mich bei einem der Schweizer Ver­lage zu verwenden, d.h.. um eine Stellung bei einem von diesen, oder Arbeit durch die Vermittlung derselben zu erhalten. Es ist mir an sich gleichgültig, welcher Art die Arbeit in der Schweiz sein soll. Ich wür­de auch jede andere Arbeit annehmen, also nicht nur Bürotätigkeit. sa­gen wir bei einer Exportfirma oder bei der exportierenden Industrie, sondern auch als Handarbeiter bei der Industrie. Für letztere würden Sie, Herr Professor, wohl die nötigen Verbindungen in der Schweiz nicht haben, aber unter den Mitgliedern und Förderern der SNG werden sich be- timmt Frankfurter Laufleute und Industrielle befinden, die solche Ver­bindungen in der Schwelt haben, und die vielleicht bereit wären, im an­gedeuteten Sinne etwas für mich zu tun.

J ' Ich könnte ja selbst Anstellungsgesuche nach der Schweiz senden ; irin bSr überzeugt, dass diese dann erfolglos wären. Wenn sich jedoch eriM Persönlichkeit wie Sie, sehr geehrter Herr Professor, für mich verwen- - det, dann ist das eine ganz andere Sache. Es ist mir bewusst, dass ich mit den vorgetragenen Bitten eine grosse Zumutung an Sie stelle; ich bitte Sie aber, mir dies im Hinblick auf die Ihnen hierdurch gegebene feierliche Versicherung, dass ich, falls Sie mir bei der Verwirklichung meiner Absicht behilflich sind, Ihre mir später zu gebenden Aufträge auf Lieferung von bestimmtem Material und auf Mitteilung gewünschter Beobachtungen nicht nur gewissenhaft erfüllen, sondern auch uneigen­nützig ausführen werde, gütigst zu verzeihen.

Trotz der Länge dieses Briefes, dessen Durchsicht Ihre kostbare Zeit so sehr in Anspruch nimmt, möchte ich hinzufügen, dass auf der Besitzung meines verstorbenen Grossvaters und später meines Onkels namens Sartorius, aus Hessen stammend, - mein Urgrossvater wanderte auf Grund der Ermordung Kotzebues durch seinen Freund Sand, an der er allerdings nicht beteiligt war, nach Mdxico aus -, schon verschiedent­lich deutsche wissenschaftliche Sammler weilten. Ich erinnere den Namen Flohr. Als letzter war dort Herr Professor Purpus, wenn ich nicht irre Botaniker,- es haben einige Pflanzen den Artnamen "purpusii" erhaltÄ -, der daselbst, der Ort heisst Zacuapam, sogar viele Jahre wohnte und, wenn ich recht erinnere, auch starb. Er war mit meinem Onkel sehr be­freundet*

Für Ihre wertvolle Unterstütung bei meinem Vorhaben wäre ich Ihnen sehr dankbar. Auch würde ich Ihnen später meine Dankbarkeit stets be­weisen. Ich darf daher die Hoffnung auf geneigte Aufnahme dieses Brie­fes und wohlwollende Berücksichtigung meiner Bitte zum Ausdruck brin­gen.

Zur gefälligen Verwendung füge ich einen kurzen Lebenslauf mit zwei Durchschlägen bei.

Indem ich Ihrer geschätzten Antwort mit Spannung entgegen sehe, bin

ich

Ihr sehr ergebener

Nachschrift:

Ich besitze Ihre Abhandlung "Die Warn- und Droh-Reaktionen der Rep­tilien", die mich ausserordentlich interessiert hat. D.O.