Abschrift für Herrn Prof.Mertens
VERLAG DR. WALDEMAR KRAMER
( 16 )Frankfurt a.M.,- ^ »9 •
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An die Senckenbergische H&turfersehende Gesellschaft z.H. von Herrn Ir. de Bary
Sehr geehrter Herr Doktor!
Im Kommissions-Verlagsvertrag v. 15.4.47 habe ich es übernommen, für die Drucklegung der Senckenberg-Veröffentlichungen zu sorgen. Während vor dem Kriege die mit Setz- und Druckmaschinen gut ausgerüsteten Druckereien Gebr. Knauer, P. Hertmann und W. Kramer L Co. zur Verfügung standen, haben heute diese Betriebe ihre Setzmaschinen im Kriege verloren,und die Leistungsfähigkeit der in Frankfurt verbliebenen graphischen Grossbetriebe reicht nicht aus, um die wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Gesellschaft im nötigen Umfange termingerecht heraus zubringen. Solange das Druckpapier noch zwangsbewirtschaftet war, also vor der Währungsreform, war es mir möglich, durch Zusammenarbeit mit befreundeten Druckereien und Schrift.;iessereien die Schriften in einem der Lage angemessenen Umfange herzustellen. Hach der Währungsreform hat die Ueberbe- schäftigung der für den Zeitschriftendruck geeigneten graphischen Betriebe angehalten. Die Gründung neuer naturwissenschaftlicher Zeitschriften in den Städten mit erhaltenen graphischen Grossbetrieben (Stuttgarts und München) und die Notwendigkeit der Wiederaufnahme engerer Beziehungen au den Mitgliedern und der wissenschaftlichen Welt, erfordert aber jetzt häufigeres und vor allem pünktlicheres Erscheinen der Senckenberg-Schriften.
Die Bemühungen, Druckereien in Limburg, Wetzlar, Lauterbach und Bensheim mit zum Druck der Zeitschriften heranzuziehen, waren umsonst, da zum Druck wissenschaftlicher Arbeiten geeignete Schriften (Kursiv, Kapitälchen. Tabellen) und Druckmaschinen (für den Druck der Bild-Tafeln; erforderlich sind, die überall nicht vorhanden waren. Im übrigen sind gerade die leistungsfähigen Druckereien mit Auf trägen der Besatzungmacht, der Parteien und der Behörden verstopft.
Um die berechtigte Forderung der Schriftleiter der Senckenberg- Schriften auf pünktliches und im Umfang ausreichendes Erscheinen der Schriften zu erfüllen, weiß ich nur den einen Ausweg, daß ich für meine Druckerei eine Setzmaschine erwerbe, die zum Druck der senckenbergischen Arbeiten eingerichtet ist. Diese Maschine kostet rund 2o.ooo DM. Ich kann den Kauf nur tätigen, wenn ich von der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft eine Vorauszahlung in Höhe von 8.500 DM, also etwa für 4 Senckenbergiana-EIefte, erhalten kann. Wenn dies möglich ist, wird bis zum Jahresende eine ernste Gefahr für die Gesellschaft wie auch für die Bibliothek abgewendet sein. Vor allen Dingen wird auch "Natur und Volk" ab 1949 jeden zweiten Monat erscheinen können.
Ich bitte höflich, die Frage zu prüfen und mit den Schriftleitern, besonders mit Herrn Prof. Mertens, zu besprechen.
Ihr ergebener