Prof. Dr. G. v. Frankenberg Hannover-Kleefeld Kaulbachstr* 4

4.3.46.

He^rn Prof.Dr. R. Mertens,

Frankfurt am Main.

ft

lieber Kollege und Studienfreund !

Das Herzleiden, an dem ich schon während unserer gemeinsamen

otuko-i-h -in Tioi ni7.i 0 l-i-fc-fc hcrt: '«n f*Vi im "1 «t zt «n Jnhrp sover­

schlimmert , daß ich nicht mehr die Spannkraft zu besitzen glaube die mir zur Ausübung meines Berufes als Hochschullehrer und Museumsdirektor erforderlich scheint. Ich hatte deshalb im vori­

gen Herbst um einen längeren Urlaub gebeten und werde voraussicht-

k

lieh in kurzem in den Ruhestand treten. Schuld daran sind die sc&wBEen Erlebnisse, die mir seit 1933 beschieden waren, vor

allem aber quält mich der Kummer über das Schicksal meines einzi-

gen, hoffnungsvollen Sohnes, der ganz am Schluß des Krieges noch MK

an die Ostfront geworfen wurde und verschollen ist.

Im Zusammenhang damit habe ich eine Bitte, die sich auf die

Neubesetzung meines U ehrstuhls bezieht. Es handelt sich um eine

/

planmäßige a.o.Professur an der T.H.Braunschweig, womit wahr­

scheinlich wieder die ehrenamtliche Leitung des Naturhistorischen Museums Braunschweig verbunden sein wird,(doch ist das nicht ganz sicher). Zur Zeit ist mit mfeiner Vertretung auf dem Lehrstuhl auf meinen Vorschlag der Kollege Prof.Dr.Caesar Boettger,zuletzt Celle, beauftragt, den ich auch der Berufungskommission'in erster Linie vorzuschlagen gedachte. Weiter dachte ich an den Kollegen

\

Prof.Dr.G-.Heberer,der jetzt aus englischer Kriegsgefangenschaft

zurückgekehrt ist. Unter den jüngeren Fachgenossen schätze ich

besonders Hans M.Peters (den Spinnenforscher). Vielleicht