PAUL EIPPER

T h u n - H i i n i b a c h

am 26.Januar 1948

Chalet Reichen Telephon 033/2 10 60

an das

Naturmuseum Senckenbe rg

Senckenberganlage 25

Frankfurt am Main

Sehr geehrte Herren,

über meine frühere Berner Adresse' kam jetzt Heft 10-12 von

'Natur und Volk' zu mir, nachdem meine Allgäuer Sekretärin mir eini­ge Zeit zuvor das kleine Nachrichtenblatt vom 10.Oktober gesandt hat­te .

Ich muß Ihnen meine Freude aussprechen darüber, daß Sie

in der heutigen Zeit ein buchtechnisch und inhaltlich so volles und schönes Heft schaffen konnten; Sie können darauf wirklich stolz sein. Und ich bin überzeugt, daß viele Menschen daran Freude haben werden. Ja, solch eine Veröffentlichung wird auch bei vielen Menschen die inneren Kräfte des Durchhaltens, den Glauben und den Willen zum deut­schen Aufbau stärken.

Hoffentlich hat meine Nesselwanger Sekretärin Ihnen den klei­

nen Geldbetrag überweisen können, so daß auch ich ein wenig zu Ihrer zukünftigen Arbeit beitrage. Natürlich würde ich gerne auch die Publi­kationen sehen,die vor dem Heft 10 erschienen sind; vielleicht liegen sie in Nesselwang.

Vor allem aber habe ich das Bedürfnis, Sie Alle zu grüßen,

die Herren und Damen,die sich noch an unsere früheren Begegnungen und an die geliebten Sonntagmorgenveranstaltungen im Schumanntheater er­innern , und auch die neu hinzugekommenen Mitarbeiter, Ich würde na­türlich gerne manches Museumstechnische und manches Private wissen; ob unser Trachodon noch existiert und der Archeopterix, die Trilobiter und das Auerochsen-Skelett aus Ihrer schönen Lebensgruppe im ersten Stock; aber es wäre zu anspruchsvoll, Sie um Auskunft über derlei zu bitten. Ich wüßte auch so gerne, was aus den Herren Richter und Reulir. geworden ist,aus Ihren Präparatoren und vielen andern Menschen,die für mich zu dem beglückenden Gesamteindruck des Senckenberg-Museums und zv meinen liebsten Erinnerungen gehören.

Eine ganz besondere Freude war es für mich zu lesen,daß

Senckenberg am Meer noch existiert;ich bin Ihnen nach wie vor dankbar, daß ich dort und im Wattengebiet einige Wochen verbringen durfte.

So sorgenvoll ich die allgemeine Zukunft der

nschheit an

sehe,so glaube ich an die Lebenskraft von Senckenberg, und in der Hoffnung, auch einmal wieder persönlich zu Ihnen kommen zu können, grüße ich Sie mit allen guten Wünschen als

<6it

Ihr

treuer Senckenbergianer

***'*'-