18. Juni 1929

Lieber Herr Neisser!

^ Sie werden nicht von mir erwarten, dass ich glaube, dass

Sie wirklich innerlich 60 Jahre alt sind. Aber die Zeitung hat ja bekanntlich immer recht und so muss es wohl stimmen. Also ziemt es sich, dem Geburtstagskind zu gratulieren.

Unsere Gesellschaft zählt Sie seit langen Jahren zu ihren treuesten Mitgliedern. Sie gehören zur Verwaltung, Sie haben wiederholt Vorträge gehalten, Sie haben »NATUR und MUSEUM» unterstützt, kurz gesagt, Sie haben alles getan, was wir von einem eifrigen Mitgliede erwarten, was aber nicht immer geschieht. Darüber hinaus ist Ihr Wissensgebiet dem unsri ü en verwandt, usodass freundnachbarliche Beziehungen uns verbinden.

Es ist -mir eine Freude, Ihnen im Namen unserer Gesell­schaft die eiserne Medaille übersenden zu dürfen und am gleichen Tage die Hoffnung aussprechen zu können, dass Sie noch lange Jahre in gewohnter Frische sich an allem beteiligen, was den kulturellen Aufschwung von Frankfurt als Ziel hat.

Mit herzlichen Grüssen und der Bitte um Empfehlungen an Ihre Gattin

Ihr