Qeorg yiartmann

FIRMA BAUERSCHE GIESSEREI

FRANKFURT AM MAIN-W 13 18.D6Z.1930

Sehr geehrter Herr Professor!

Pur Ihre freundlichen Zeilen vom 17. ds. danke ich Ihnen recht sehr. Nenn ein Brief von der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft an meiner Privatadresse an­kommt, fühle ich immer mein schlechtes Gewissen. Sie haben mich seinerzeit in Ihren Ausschuss gewählt, und ich habe bisher noch nie an diesen Sitzungen teilgenommen. Pas be­trübt mich sehr. Ich möchte Sie deshalb nochmals bitten,doch das nächste Mal von meiner Wiederwahl absehen zu wollen.

Sie wissen ja, wie häufig ich verreist bin und wie sehr ich geschäftlich in Anspruch genommen bin, Sie werden mich da­her verstehen. Ich möchte aber auch bei den anderen Herren nicht den Eindruck erwecken, als wenn es pure Interessen- losigkeit wäre, die mich von der Teilnahme an Ihren Sitzun­gen fernhält.

Im übrigen bedarf es meiner Anwesenheit bei den Sitzun­gen nicht, um zu der Überzeugung zu gelangen, dass in der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft unter Ihrer Aegide in geradezu vorbildlicher Weise gearbeitet und gewirtschäftet wird. Ich habe Ihre Tätigkeit in den aller­schwersten Zeiten bewundern dürfen, Sie haben es damals fertig gebracht, das kleine Schifflein durch die schwerste Brandung zu steuern, Sie werden auch über die jetzigen schweren Zeiten hinaus kommen. Das ist meine innerste Über­zeugung, und wenn ich Sie heute bitte, dieses Jahr mit einer kleineren Spende vorlieb zu nehmen, so will ich Ihnen damit