Verlagsbuchhandlung Gebrüder Borntraeger

BERLIN W 35

GRÜNDUNGSJAHR 1790

SCHÖNEBERGER UFER 12a

DEN

Drevermann

^iferrn Professor Dr. Fritz

16. September 30

Frankfurt a.M.

Sehr geehrter Herr Professor !

Soeben aus den Sommerferien zurüekgekehrt, finde ich Ihre Zuschrift vom 5.9. vor. Ich bitte die Verzögerung in der Beant­wortung Ihrer Anfrage mit meiner Abwesenheit von Berlin zu entschuldigen. - An sich stehe ich Ihrer Anfrage durchaus sympathisch gegenüber und würde es dankbar begrüssen, wenn sich ein Weg fände, um das eine oder andere Werk den Mitgliedern der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft zu einem Vorzugspreis, etwa zu 3/4 des Ladenpreises, zugänglich zu machen Nur habe ich dabei einige Bedenken. Wohl kann ich, ohne mit dem Sortimentsbuchhandel in Konflikt zu kommen, ein bestimmtes Werk den Mitgliedern bei direktem Bezug zu einem niedrigeren Preis liefern. Ich kann aber nicht allgemein die sämtlichen Verlags­werke zu Vorzugspreisen anbieten und kann mir auch nicht gut denken, dass der Verlag Springer in dieser Weise verfahren ist. Da ich zu den Inhabern von Julius Springer in freundschaftlichen Beziehungen stehe, könnte ich mich leicht über die Bezüge unter­richten. Den Autoren meines Verlages, auch den Mitarbeitern der bei mir erscheinenden Zeitschriften stehen zudem die Werke sowieso zu Vorzugspreisen zur Verfügung. Ausserhalb dieser Krei­se würden natürlich noch genug Käufergruppen übrig bleiben, die für das eine oder andere Werk Interesse hätten. Diese Interessen ten aber so zu fassen, dass der Sortimenter nicht Lärm über den "direkt liefernden Verleger" schlägt, wäre die Frage. Wenn Sie mir daher die in Aussicht gestellten weiteren Vorschläge mit- teilen würden, wäre ich Ihnen dankbar.

In Dresden hoffe ich Sie wiederzusehen. Inzwischen bleibe ich in gewohnter Hochschätzung und mit besten Grüssen

Ihr sehr ergebener

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