Herrn

Gutspächter N E B E Henriettenhof

(16) Post Grünberg-Hessen

10.10.1944

Sehr geehrter Herr Nebe!

Ich habe heute früh mit Ihrer Frau Gemahlin fernmündlich wegen Lieferung von Gemüse und Obst für unsere, zu einem grossen Teil ausge« bombten Gefolgschaft gesprochen und möchte nicht versäumen, Ihnen schon jetztfür die mir gegebene Zusage meinen besten Dank zu sagen. m Die mikropaläontologische Abteilung des Natur-Museums Senckenberg

W ist nach Zerstörung aes Gebäudes in Ffm. mit Hilfe von Staat und Stadt, des Landrates in Giessen und der Buderus'sehen Werke nach der Gruben Eisenkaut und Abendstern verlagert worden. Dadiese beiden Gruben, fern­ab von den Gemeinden, mitten im Walde liegen, muss ich rechtzeitig an die Winter-Einlagerung denken. Die Gefolgschaft umfasst etwa 20 Personn Ich habe bei der Einlagerung an die folgenden Gemüse-Arten ge­dacht :

Weisskraut X Schwarzwurzeln

Rotkraut X Meerettich

Wirsing Wrukohlrabi

X Erbsen ** ferner Aepfel und Birnen

Hn / Bohnen

Joo X Lauch

X Sellerie

X Zwiebeln

Obwohl ich annehme, dass Sie das eine oder andere überhaupt nicht oder in nicht abgebbaren Mengen anpflanzen, habe ich mir doch erlaubt, Ihnen meine Wünsche vorzutragen.

U Ich wäre Ihnen sehr zu Dank verbunden, wenn Sie mir in meiner schwie*

W rigen 'Lage helfend zur Seite stehen würden. Meine Gefolgschaft wird

Ihnen im Hinblick auf den langenVinter und die Abgelegenheit der bei­den Gruben besonders dankbar sein.

Ich persönlich würde mich besonders freuen, zumal meine Mutter aus Ihrer nächsten Nähe aus Laubach stammt (Tochter vom Rechner Göbel) und meine Verwandten noch heute uort ansässig sind (Apotheker Rossbach, Bürgermeister Ritter usw.)

Ich werde mir erlauben gemäss der Absprache mit Ihrer Frau Gemahlin in etwa 10 Tagen nochmals anzufragen.

Für Ihr freundliches Entgegenkommen schon jetzt meinen besten Dank,

A Heil Hitler!

27 /0, ü- A ., ' i ,

f /

/

SEN CK.EKBERG ISCHE NA TUPFORSCHENDE GESELLSCHAFT

/? 1 1 - /

kdi Uh

/

t

Prof.Dr.H.Th.Peuling