21.9.1936

Frau

Paula N e a n d e r

Frankfurt am r.ialn

BrentanosLr. Ö

Sehr geehrte Frau Neander!

Wir danken Ihnen für das Verständnis für die Lage der Gesellschaft, das wir aus Ihrem Antwortschreiben entnehmen dür­fen. Da Sie ja bei einer früheren Gelegenheit so tatkräftig für die Rettung der Gesellschaft eingetreten sind, sind wir über­zeugt, dass Sie auch jetzt von Herzen wünschen, dass unsere Ge­sellschaft ihre Arbeit fprtsetzen kann.

Ebenso verstehen wir aber auch Ihre Lage, die es Ihnen schwierig macht, den Jahresbeitrag von £ 20.- für die Gesell­schaft aufzubringen. Vir bitten Sie aber, sich einmal zu über­legen, , ob Sie nicht das Band, , das Sie bisher mit der Gesell­schaft verbunden hat, in der Form aufrecht erhalten wollen, dass Sie "Freund" der Gesellschaft werden. Als solcher hätten Sie jährlich nur 12.- zu bezahlen und würden dafür, wie bisher die Zeitschrift "Natur und Volk" bekommen, hätten freien Eintritt im Museum und bei den 4 grossen Schumann-Veranstaltungen im Win­ter und würden auch die übrigen Vorrechte geniessen, die einem "Freunde" zustehen und in "Natur und Volk" angekündigt sind.

Wir hoffen, dass es Ihnen möglich ist, auf diese Weise weiter mit unserer Arbeit in tätiger Verbindung zu bleiben.

Heil Hitler!

SENCKENBERGISCHE NATUPFOPSCHENDE GESELLSCHAFT

i.A.