Andreas Josef Keif G. m. h. H.
Die KEIL-PAPIERMÜHLE im Kreise ScMücßtern Tefegrawm*Adresse Papiermüfi(e-Sterßfritz Tofcfon SierBfritz 34
Die
Keil - Papiermühle
im Kreise Schlüchtern liefert als Spezialität:
Graue Pappen aller Art
in bekannt wirklich guter Qualität in allen Stärken von 8-150 Stück pro 50 kg. QroHe ca. 75X100 cm. insbesondere
luftgetrodenete Buchbinder-Pappen, Graue Pappen für Ziehzwecke, Kunstleder-Pappen für die Schuhindustrie, Hart- bez. Spezial-Pappen für die Kofferfabrikation, glatt und grainiert, graue Pappen für Karionnagenfabriken Jaquard- und Wickelpappen usw.
Die Keil-Papiermühle liegt im Tale der schmalen Sinn in der Rhön, im Kreise Schlüchtern, zwischen den Orten Weichersbach und Oberzell, 4 km von der Personenzugsstation Mottgers, ca. 7 km von der Eisenbahn-Güterstation Sterbfritz, ca. 8 — 10 km von dem bayrischen Bad Brückenau entfernt. Die Lage zählt in landschaftlicher Beziehung zu den schönsten Deutschlands, gebettet zwischen den bis zu 500 m hohen Ausläufers des Rhöngebirges, umgeben von dichten Tannen-, Fichten- und Buchenwäldern, Wiesen und Feldern.
Laut Inschrift an dem Hauptgebäude wurde dieses im jrfrire 1588 erbaut. Nach den Ausgrabungen zu schließen, wurde zu alten Zeiten dortselbst eine Eisenhütte betrieben, dann seit Jahrzehnten eine Papierfabrik; seit vier Generationen allein von den Vorbesitzern der Familie Dornemann, die vor dem Kriege in der Hauptsache Fensterpapier fabrizierte.
Im Jahre 1920 ließ der Redakteur und Verleger Andreas Josef Keil die Papiermühle in eine moderne Pappenfabrik umbauen. Es wurden mehrere Neubauten errichtet, außer der vorhandenen stehenden Knob-Turbine eine modÄie, liegende Francis-Turbine eingebaut, welch letztere es ermöglicht, auch bei der kleinsten Wassermenge einen höheren Nutzeffekt zu erzielen.
Beide Turbinen liefern bis zu 40 PS, die Francis- Turbine bei geringer Wassermenge allein ca. 10 bis 20 PS. Für den weiteren Kraftbedarf sorgen erstens eine Lanz-Lokomobile von 25/30 PS, deren Abdampf eine Moderne Pappen-Trocknung speist, mit von Schilde garantierter Leistung von 2000 kg Trocknung in 24 Stunden, sowie zweitens der vorgesehene Anschluß an die Heberlandzentrale der Kreise Schlüchtern-Fulda-Hanau. Nach vorliegender Konzession kann die Wasserkraft auf eine Leistung bis zu ca. 100 PS ausgebaut weiden.
Ein Poege-Motor von 15 kw besorgt das Licht, die Heizung einzelner Zimmer, den elektrischen Einzelantrieb der Schilde-Ventilatoren (Motor von 5 PS) im Trockenbau, der landwirtschaftlichen Maschinen (Dreschmaschine, Stroh- und Häckselschneider etc. (Motor von 3 PS]). Eine besondere, im Jahre 1924 gelegte Quellwasserleitung besorgt die Versorgung mit Wasser.
Die Kraftzentrale ist praktischerweise in einem Bau vereinigt, beide Turbinen, daneben Dynamo, dann Lokomobile und zuletzt der vorgesehene Ueberlandzentrale- Motor. Neben der Kraftstation und mit diesem verbunden liegt der Kocher-Raum, in welchem neben einem zirka 1500 2000 kg fassenden Kugelkocher, der Kollergang
untergebracht ist. Heber dem Kugelkocher liegt einerseits das Altpapierlager mit der direkten Zufahrt vom Wege aus, so daß das Rohmaterial gleich in den Kugelkocher wandern kann. Auf der anderen Seite befindet sich im Erdgeschoß des alten, in massivem Sandsteinmauerwerke und in den oberen Geschossen in massivem Eichenholzfachwerk erbauten, durch T-Eisen rekonstruierten Hauptgebäudes, der Fabrikraum mit Holländer von ca. 150 kg Eintrag, Rührbütte und die Pappenoder Entwässerungsmaschine, welche in 3x8 ständiger Arbeit 1500 kg Pappen im Format von ca. 75x100 cm und in beliebigen Stärken liefern kann.
Die Qualität der Pappen richtet sich nach der Güte des Rohmaterials, ob gutes oder schlechtes Altpapier', selbstverständlich spielt auch die Bearbeitung eine große Rolle, diese ist aber auf der Keil-Papiermühle die denkbar beste; der Kugelkocher sorgt für gute Vorarbeit, der mächtige Kollergang und der Holländer für feinste Verarbeitung des Rohmaterials.
Von der Pappenmaschine wandern die nassen Pappen auf Preßwagen, zwischen verzinktem Eisenblech gelagert, unter die hydrauliche Presse, auf welche die Pappen gepreßt und ein großer Teil Wasser entzogen wird. Auf Schienen werden alsdann die Pappenwagen in der schlechten Jahreszeit in die Schiide-Kanaltrocknung, wo 3 Ventilatorengruppen mit 6 Ventilatoren und 48 Heizkörpern die Trocknung besorgen, bei schönem Wetter in die Lufttrockenhallen, in welche auf einmal 200 Zentner eingehängt werden können, gebracht. An Sonnentagen wird auf nebenliegenden Wiesen getrocknet.
Sind die Pappen trocken, gehts zum Sortieren mittels einer Präzisionswage und dann zum Satinierwerk.
Mit der Papiermühle ist eine Landwirtschaft von 50 Morgen Größe verbunden, davon die Hälfte Wiesen. Große Scheunen, Stallungen und Hallen beherbergen Futter, Vieh, Wagen und landwirtschaftliche Geräte. Die Landwirtschaft arbeitet mit allen modernen Hilfsmaschinen als da sind, Sä- und Drillmaschine, Düngerstreuer, Dreschmaschinen, Schrotmühle usw. Eine Kreissäge besorgt das Holzschneiden, zwei Pferde und ein Opel-Lastwagen den Transport zur Bahn.
Das Hauptprinzip der Keil-Mühle ist, nur erstklassige, durchaus gute Ware zu liefern. — Heute sind die Pappen der Keil-Mühle so beliebt, daß sie jeder Fachmann, der sie einmal ausprobiert hat, allen anderen vorzieht.
Brief’Adresse Keif Papi er= Müffe Post Sterßfritz Bf.*N. Tefegramitie: Papienmißfe Sterßfritz