2.Oktober 1920

Sehr geehrter Herr Weil!

Als Sie uns im Anfang dieses Jahres Ihren grossen Beitrag spendeten, (den grössten, den wir bisher für das Senckenbergische Museum erhielten) glaubte ich hoffen zu dürfen, dass die fortgesetzte Werbetätigkeit uns aus der schlimmsten Bedrängnis heraushelfen würde. Hun sind die Ausgaben, wie Sie wissen, fortgesetzt weitergestiegen.

Es wird uns schwer, unsere Mitarbeiter und Angestellten vor dem Hunger zu schützen und es wird nahezu unmöglich, die Aufgaben zu erfül­len, die in der Gegenwart ganz besonders wichtig sind: für weite Kreise Anregung und Freude für die Musestunden zu schaffen und sie dem Kino und den Wirthäusern fernzuha' ten. Ich habe .daher nach allen Ländern geschrieben, wo mir durch Freunde Adressen genannt wurden oder wo ich freundliche Beziehungen aus früheren glücklicheren Jahren besass. Würden Sie mir vielleicht helfen, auch in Südamerika oder in anderen Gegenden Freunde zu gewinnen, Männer für uns zu interessieren, denen eine glückliche Vermögenslage es gestattet, helfend einzugreifen? Ich wäre Ihnen ausserordentlich dankbar und bin überzeugt, dass wir nur auf diese Weise allsmählich, dazukommen, das allerschwerste, den völligen Zusammenbruch zu verhindern. Vielleicht haben Sie die Freund-r liehkeit, mir einen Zeitpunkt anzugeben, zu dem Sie mir gestatten,

Sie aufzusuchen und Ihren gütigen Rat einzuholgn. Mir passt augenblick-