Abraham-Lincoln-Stiftung .

Dresden-A.24.

Kaitzerstr: 2.

Dresden, den 9. März 1930.

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Schönberg ( Taunus.)

Haus Wieseneck.

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Lieber Herr Drevermann!

Von H. Simon hörte ich,dass Sie aus Amerika zurück sind.Ich freue mich aufrichtig in dem Gedanken,dass Sie jetzt wieder mitten unter uns in Deutschland sind und dass man mit Ihrer Tatkraft auf alle Fälle rechnen kann.

Ich nehme an,dass das endgültige Ergebnis Ihrer Amerika- Reise leider den Befürchtungen,die Sie in Ihrem letzten Briefe ausdrückten,entsprochen hat und das angestrengte neue Bemühun­gen nötig sind,um Ihre grossen Gedanken durch amerikanische Hilfe verwirklichen zu lassen.

Auf aUe Fälle aber hat Ihre Reise nach Amerika Ihnen sicher einen starken und tiefen Eindruck hinterlassen. Ich habe durch meine amerikanische Reise gelernt,dass wir in viel zu kleinen,der Weltlage nicht mehr angepassten Begriffen und Vorstellungen denken. Die Welt ausserhalb Europas geht mit Riesenschritten vorwärts.Anstatt an der Spitze zu stehen,sind wir ins Hintertreffen geraten. Ich fürchte daraus für die Zukunft die allerschwersten Wirkungen nicht nur kulturpoliti­scher Art. Wir träumen immer noch als wäre es 191o,HassDeutsch- land im Grunde an der Spitze marschiere.Wir befinden uns aber in einem Engpass,über dessen Ränder wir nicht mehr blicken können. So entgeht es uns,dass auf den bremten Ebenen rechts und links von uns die Völker mit gewaltigen Schritten vorwärts gehen. Vor allem auch in der inneren Einstellung der Welt /und ihren Zukunftsaufgaben gegenüber. Alle diese Fragen hoffe ich recht bald einmal mit Ihnen,lieber Herr Drevermann, aus­führlich besprechen zu können. t

' Heute komme ich zu Ihnen in der Angelegenheit unseres

Dr. Schwarz. Wir bereiten für die ABRAHAM-LINCOLH- STIFTUNG den ersten zusammenhängenden Bericht vor.Es liegt uns für die Zukunft der Stiftung und für die Rechtfertigung der tie fen Gedanken G.Winthrop Y o u n g s sehr viel daran,dass der

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