5.November 1930
Lieber Herr Kollege!
Ich will mich natürlich grn mit Herrn Kurt Wolff
aus Darmstadt beschäftigen, wenn er zu mir kommt, obwohl ich
nicht der Vertrauensmann der Studienstiftung bin. Das ist vielmein Freund Hellinger, der Mathematiker, ein ungewöhnlich kritischer, kluger und feinfühliger Mensch, dem ich aber gleichfalls den jungen Mann empfehlen will. Dass man ihm durch Mensa-Freikarten ohne weiteres helfen kann, wenn Bedürftigkeit vorliegt, ist selbstverständlich; vielleicht lassen sich auch Privatsüunden finde, obwohl das vielleicht praktischer in Darmstadt geschehen würde.
Die Briefe lege ich Ihnen wieder bei. Ein Besuch Ihres Wirtschaftskörpers würde mich ausserordentlich interessieren und lässt sich vielleicht einmal rachen; wenn an einem Vormittag zwei so herzliche Einladungen Einlaufen (Freund Salomon und Sie) dann wächst die Sehnsucht nach Ihrer schönen Stadt recht kräftig, in dem romantischen Herzen. Der Winter wird hart für mich und macht einen Besuch unwahrscheinlich; der Fr"hlinp wird vielleicht eine neue Kur bei meinem Freunde Frankel nötig machen und dann sollte sich eine Gelegenheit geben, mit Ihnen in näher© Berührung zu kommen. Ich freue mich darauf und bin mit herzlichen Grüssen
Ihr