27. November* 1931

Sehr verehrter Herr Stadtrat!

Ich danke Ihnen sehr für den interessanten Aufsatz über den Goethe-National-Verein 1932. Der Gedanke ist glänzend, und niemand würdigt die Idee, die Kasse kleiner EpendejT heranzuziehen, mehr als ich, der ich ja für Sonckenberg bereits unmittebar nach dem Kriege begonnen habe,auf dieser Basis zu arbeiten. Der Ausführung selbst

stehe ich skeptisch «egenzber. Wirbekommen eine neue Notgerr.einschaf t der kleinen Leute mit einem Berliner Haupt, und ich sehe keinen Weg, zu verbinde^ dass das Haupt nicht den Hauptnutzen davonträgt. Wenn Sie das GanAe dezentralisieren können, sodass ""Sie Späteren Teile von Deutschland, E^einfranken und vrie sie heissen mögen, in sich derartige Kulturvereine haben, erst dann wird der wirkliche Nutzen kommen. S-.- lange alle derartigen Dinge mit dem Sitze in Berlin und unter Berliner üb er*au f sicht gern acht werden, geht das, was wir Kultur nennen, in Deu^sjl land immer weiter zurück. Das Endergebnis, gegen das jeder gutgesinnte kämpfen muss bis zum äussersten, wird ein nusgepovertes Provinziand mit einem neuen Paris als Hauptstadt sein. Hoffen wir, dass es nicht soweit kommen wird! Mit vielem Danke für die Zusendung und ergebensten Grüssen

Ihr