18.Juni 1930
Seht» verehrter Herr Stadtrat!
Sie haben sicher von dem traurigen Schicksal von Prof. Wülker gehört; mit ihm ist ein typischer stiller und bescheidener Gelehrter dahingegangen, der deshalb wenigen Leuten einen grossen Eindruck gemacht hat, weil er es ablehnte, mehr zu scheinen, als er war. Vir können am besten die Qualität seiner Arbeiten und damit den Verlust ermessen, der die Universität und unser Museum betroffen hat.
Es handelt sich jetzt darum, der Frau und den beiden kleinen Jungens eine Lebensmöglichkeit zu geben. Ich bin uberzeugt dass Sie, Frau Prof. Wülker gern einen Teil Ihrer Arbeitszeit schenken werden und ich bitte Sie daher, sie anzuhören, wenn sie in den nächsten Tagen bei Ihnen auf dem Amtszimmer vorspricht.
Sie ist eine tfkgf®?® Frau, die vor ihrer Verheiratung Studienrätin an der Humboldtschule war und die alles darein setzen wird, aus den beiden Jungen tüchtige und wertvolle Bürger zu machen.
Ich wäre Ihnen für jede Hilfe dankbar, die Sie ihr angedeihen lassen.
Mit herzlichen Grüssen
Ihr sehr ergebener