E. BEIT VON SPEYER

FRANKFURT AM MAIN, 25. Fehl*.1931. Büro: Taunus-Anlage 11 Tel. Senckenberg 30461

Herrn Professor Dr. Fritz Drevermann , Senckenbergisehe Naturforschende Gesellschaft,

Hier.

Sehr geehrter Herr Professor!

Ich bin Vorsitzender des hiesigen Lärmabwehr-Vereins und gestatte mir, mich als solcher an Sie zu wenden.

Der Verein hat ein Schreiben erhalten von Herrn Johannes Lieble, Bautzen, ausserordentlicher Professor an der Technischen Hochschule zu Berlin, etc.etc. Dieser Herr ist aufgefordert worden von der Gesellschaft "Urania" in Berlin, am 27.ds.Mts. einen Vortrag mit Demonstrationen über "Die Bekämpfung des Lärmes als eine wissenschaft­liche, technische und wirtschaftliche Aufgabe" zu halten. Er hat nun unserem Verein geschrieben, dass er den Vortrag mehr als Werbevortrag ge­dacht und ihn daraufhin angelegt habe; daher fragt er unsern Verein, ob eine Wiederholung in Frankfurt von uns als ein geeignetes Mittel zur Pro­paganda angesehen wurde. Zusagendenfalls würde er im Laufe des März eine Wiederholung in Aussicht stellen können, weil ihn eine Heise bis Kassel führt und so die Kosten für den Verein sich ganz erheblich verringern würden.

Unser Verein ist noch sehr jung, er bedarf dringend weiterer Mitglieder; infolgedessen begrüssen wir die Anregung des Herrn Biehle sehr. In einer Vorstandssitzung am 20.6s. war man jedoch der Ansicht, dass die Einladung zu einem derartigen Vortrage allein möglicherweise eine nicht genügend grosse Anzahl von Zuhörer^finden würde. Da nun bekannt ist, dass die Senckenbergisehe Naturforschende Gesellschaft häufig populäre Vorträge veranstaltet, ist der Gedanke aufgetaucht, ob nicht der Vortrag des Herrn Biehle im Rahmen oder vielleicht im Anschluss an einen von der Senckenber- gisehen Naturforschenden Gesellschaft veranstalteten Vortrag gehalten wer­den könnte.

Im Namen unseres Vereins gestatte ich mir, Ihnen diese Frage vorzulegen und, falls Sie der Idee wohlwollend gegenüberstehen, ob wohl