Dr.W.Schäfer Gießen Aulweg 82
Gießen,den lo.
Lieber Herr Dr,Reuling!
Hier schicke ich Ihnen - von Gießen aus - das ausgeliehene
Senckenbergiana-Heft mit bestem Dank zurück.Ich habe für wenige
Tage noch einmal Urlaub bekommen,da ich wohl in kurzer Zeit als Infanterist nach dem Osten feehe.
Meine Gedanken sind in diesen Rochen besonders häufig in Ffm; ich fürchte söhr,daß auch dort manche Arbeitskraft,die Ihnen bisher erhalten,abgezogen worden ist oder noch wird.Wenn Sie mir in kurzen Zeilen einmal von der gegenwärtigen Lage berichteten, wäre ich Ihnen dankbar,Die dringendsten Luftschutz-Arbeiten werden,dank Ihrer ständigen Mühen,inzwischen abgeschlossen sein.
In welcher Form können die Zeitschriften aufrechterhalten wer- dön?Haben Sie von Whvn etwas gehört(die Stadt wird im Wehrmächte bericht unangenehm oft genannt),wie geht es den zahlreichen "Senckenberg-Soldaten" und wo sind sia?sie sehen,eine Fülle von Fragen,deren Beantwortung mir sehr am Kerzen liegt.
Ich selber mache z.Z. noch Dienst auf der Wetterzentrale in Erfurt;in Freizeit und Dienst habe ich in den vergangenen Monaten über physikalisch-meteor DlogIschen Arbeit ' gesessen,immer bestrebt,die flugraeteorologischen-ozeanographisehen Studien so auszuweiten,daß sie mir auch für spätere eigene Arbeiten von Mutzen sein können.
Übermitteln Sie bitte Herrn Professor Richter meine ergebenen Grüße,Ihnen selber wünsche ich weiterhin alles Gute!
Heil Hitler !
Ihr
l/J. S>cU<X
Eben bringt die Post Ihren Brief mit den Abschriften der Whvner Korrespondenz;haben Sie herzlichen Dank!Trotz aller Schwierigkeiten,die eine Einquartierung immer mit dich bringt,empfinde ich sie doch als glücklichen Umstand.
Beruhigend klingt Ihr Ausdruck "Bunker" Senckenberg für die nun vollendeten Luftschutzbauten im Museum,
Für die Übersendung des Flohkrebs-Sonderdruckes nach Berlin danke ich bestens.
Nochmals herzlichen Gruß,auch von meiner Frau,
Ihr W.S.