franhfurt am Main

die Stadt des deutschen tjandmecks

Oec Oberbürgermeister

Frankfurt am Ülain, den 6. Mai 1938

Sehr geehrte Herren!

Die anlässlich der vorjährigen Gaukulturwoche veranstaltete Ausstellung hat wieder einmal den Beweis geliefert, welch wertvolles Gut an alten Schriftstücken nicht nur in den öffentlichen Sammlungen, besonders im Stadtarchiv ruht, sondern auch noch bei Körperschaften des öffentlichen Rechts, Vereinen, Gesellschaften und Institu­ten aufbewahrt wird, welche sich der Pflege der Kultur un­serer Stadt auf den verschiedensten Gebieten widmen. Si­cherlich hat sich im Laufe der Jahrzehnte dieses Schrift­gut bei Ihnen in einer Weise gehäuft, dass seine weitere Aufbewahrung allmählich Schwierigkeiten bereitet. Vieles, das verdient, der wissenschaftlichen Forschung zugänglich gemacht zu werden, ruht verborgen unter einer Menge von Schriftwerk, das der Erhaltung weniger wert ist.

Diese Tatsache legt mir den Gedanken nahe,

Sie zu bitten, alles das, was Sie an Papieren nicht benö­tigen, mir zur Aufnahme in das Stadtarchiv zur Verfügung zu stellen, selbstverständlich unter Wahrung Ihres unein­geschränkten Eigentums - und Verfügungsrechtes, falls Sie sich nicht dazu entschliessen können, es der Stadtgemein­de zur dauernden Aufbewahrung vorbehaltlos zu überlassen. Der Direktor des Stadtarchivs ist von mir angewiesen wor­den, mit Ihnen alle zur Uebernahme erforderlichen Verhand­lungen zu führen und eine entsprechende Vereinbarung zu treffen.

Ich bin sicher, dass auf diese Weise eine grosse Menge wertvollsten Aktengutes im Stadtarchiv ver­einigt

An die

Senckenbergisehe Naturforschende Gesellschaft

F f m .

Senckenberg-Anlage 25