8.Januar* 1921

An den

MAGISTRAT DER STADT

Frank f'u r t

richtet die Senckenberglsche Natur-forschende Gesellschaft die Bitte, ihr auch für das Jahr 1921 zu Hilfe zu kommen. Und zwar bittet sie herzlich, für dieses Jahr den Zuschuss ausnahmsweise auf 40 000 Mark erhöhen zu wollen. Sie begründet das folgendermassen:

Die Gesellschaft steht, wie sie bereits in ihrem vorjährigen Schreiben hervorhob, im schärfsten Kampfe um ihr Lehen. Ihre Mittel reichten in de-M letzten Jahrzehnten bei sparsamem Betrieb eben aus, w während in den letzten Jahren die rasende und unaufhörliche Steigerung der Preise aller Lebensbedürfnisse einsetzte. Schon im Jahre 1919 betrug das Defizit rund M. 147 000.; es wurde durch das letzte verfügbare Kapital der Gesellschaft und freiwillige Spenden mit Mühe gedeckt. Da für das Jahr 1920 und für die folgenden Jahre ein weiteres Steigen der Fehlbeträge zu erwarten war (das Defizit im Jahre 1920 beträgt etwa 210 0Ö0 Mark,im Veranschlag für 1321 ist ein s.lches von 115 oh... Mar-: einges etzt, v.irü aber wohl erheolieh übersc ritten werden) so begann die Gesellschaft im Herbst 1919, um nicht unter-fcugehen, eine umfassende Werbetätigkeit. Sie bat ihre Mitglieder um freiwillige Erhöhung der Jahresbeiträge und suchte durch zehntausende von Vierbe­schreiben neue Mitglieder zu gewinnen. Der Erfolg übertraf alle Erwar­tungen; in einem Jahre ist die Mitgliederzahl v~n 1300 auf 4200, die Zahl der ewigen Mitglieder von 250 auf über 500 gestiegen und über 1/3