Kenn er sich nuntf auch selbst das Zeugnis treuester Pflichterfüllung hatte geben können, das ihm alle Welt achtungsvoll gab, so war doch eine seltene Bescheidenheit eine weitere Zierde des trefflichen Mannes. Sie liess ihn selbst berechtigten Stolz niederkämpf en, noch bis ins hohe Alter stets Belehrung suchen und rührend war s^ine Selbstverleugnung, wenn er mehr als notig seinen schwächer werdenden Kräften misstraute und sich in wichtigen Fällen in edler j Gewissenhaftigkeit die Mitwirkung jüngerer Kollegen erbfct. j
Diese Bescheidenheit, die in seinem frommen Gemüte wurzelte, liess ihn am Tage seines 50 jährigen Doktorjubiläums zu den herzlich Glück wünschenden Kollegen sprechen:
« Ich preise den Herrn, der Alles, auch das nicht
» leitet, dessen Güte ewiglich währet, der Alles wohl macht, i
» wenn wir nur mit Treue, pflichtgemäss, mit Liebe und ii
» Demut das Unsrige tun. Ja, soli Deo gloria, mihi autem censura. » Niemand fühlt besser, wie viel mehr ich hätte -leisten sollen, - « als ich.«
Ganz besonders wird ihm eine tiefe Frömmigkeit nachgerühmt, wel- | che er zur Grundlage seines ganzen segensreichen Lebens und Wirkens machte. Alle Prüfungen, die ihm auferlegt wurden, waren nicht im Stande, diese Religiosität zu erschüttern, welche seine sonstigen edlen Charaktereigenschaften in schönster Weise ergänzte und ihm bis an sein Ende eine besondere Stütze seines Lebens war. Die Religion war ihm die einzige und ewige Wahrheit und aus dem reichen Schatze, den er sich aus ihr gesammelt•hatte, hatte er stets auch für Andere Trost und Erbauung.
An wissenschaftlichen Abhandlungen hat er am Ende seiner Studien zeit zwei herausgegeben:
De indole morborum periodica ex labe qualiunque viscerum hypo- chondriacorum derivanda, Göttingen 1784.
Versuch und Grundriss einer praktischen Abhandlung von der Sympathie des Verdauungssystems, zur Vereinfachung der Vorstellungetr und Wirkungen des praktischen Arztes. Göttingen 1786.
AbuX