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baren Schnecke gewidmet, die, so unscheinbar sic auch ist, fiir die größten und wichtigsten Fragen der Entwicklung der Erde, der Zu­sammenhänge und Trennungen von Erdteilen und Ländern, die ent­scheidenden Beweisstücke liefert. Nach Roßmäßlers Tod übernahm Kobelt die Vollendung der Roßmäßlerschen Arbeiten über die Schnecken, er wurde aber auch noch in einem höheren und weiteren Sinne Roßmäßlers Nachfolger als Volksmann wie als Volksbildner.

1869 siedelte er, nachdem er nicht lange vorher die rechte Le­bensgefährtin, Weggenossin und Kameradin zugleich, gefunden hatte, nach Schwanheim über, wohin ihn der Ärztliche Verein berufen hatte. Dort fand er seine zweite Heimat, sein Arbeitsfeld, auf dem er nunmehr über 40 Jahre mit nimmerermüdender und nimmerge- beugter Kraft und nie enttäuschtem Mut gearbeitet hat. Ein Arzt der körperlich Kranken und Schwachen, aber auch ein Arzt und Helfer für die wirtschaftlich und sozial Leidenden, ein Führer und Förderer jeden Strebens. Was Schwanheim ihm an Schöpfungen und Anregungen verdankt, sei hier nicht weiter ausgeführt. Sein Interesse war jedem Fortschritte zugewandt, im Ackerbau und in der Obstzucht, im Gewerbeleben wie im Vereinswesen, in wirt­schaftlichen wie in sozialen Angelegenheiten hat er unter starken Widerständen und mancher Gegnerschaft seine ganze Kraft eingesetzt zum Wähle seiner Gemeinde und seiner Mitbürger. So eifrig er anch im Kleinen wirkte, so lebendig blieb sein Interesse, so fruchtbar wurde seine Mitarbeit an den großen Fragen der Wissenschaft und des öffentlichen Lebens. Wie er, obwohl ihn kein Ruf und kein Locken veranlassen konnte, Schwanheim dauernd zu verlassen, doch immer wieder auf großen Reisen nach Italien, Afrika und Spanien neue Anregungen sammelte, so stand er mitten in den großen wissenschaft­lichen, den politischen und sozialen Bewegungen. Auf seinem natur­wissenschaftlichen Arbeitsfeld wurde r, mit wissenschaftlichen Ehren geschmückt, eine der großen Autoritäten. An dem geistigen Leben Frankfurts, insbesonde''e an der Entwicklung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft nahm er eifrigsten Anteil. Die po­litischen Kämpfe der 70 er Jahre in unserer Gegend sahen ihn in der vordersten Reihe. Der Volksbildungsbewegung, wie allen gesunden wirtschaftlichen und sozialen Bestrebungen war er ein immer bereiter Förderer und Organisator.

76 Jahre alt ward Wilhelm Kobelt, über 50 Jahre davon hat er anderen gelebt, er hat seiner Heimat sein Bestes: seine ganze Persönlichkeit gegeben.