Der Senckenbergischen Naturfersehenden Gesellschaft.
Uber den Ted unseres lieben Dr. Fritz Winter erstatte ich folgenden Bericht Fritz war als Fahrer zu einer Munitionskolonne gekommen, die die schwere Aufgabe hatte, allnächtlich den Batterien dicht bei R.(Reims) Munition zu bringen. Die Champagneschlacht wütete im stärksten Masse, die Batterien, sofort erkannt, lagen, wie die Anmarschwege und das Hintergelände stets unter schwerstem Feuer. Allnächtlich fast, denn fast jede Nacht war er mit dabei, ging er so dem Ted entgegen. Oft hatte seine Kolonne Verluste von Ro 3 s und Reitern gehabt, aber immer war unser Fritz gut fortgekommen. Dort, wo ich war, holte er die Post, und so hatte er manche behagliche Stunde y von Frankfurt und Frankfurter Verhältnissen, von seinen Plänen, Arbeiten und Tafeln plaudernd, mit mir verlebt, da er dann als lieber Gast für ein St'ünd eben zu mir kam. Er sollte, reklamiert, auf Urlaub, aber er wollte nicht heim, so lange der Kampf wütet und so lange Munition und wieder Munition die Losung des Tages war. Allmählich liess der Kampf hier nach. In der Nacht vom 31./5. zum 1.6. war es recht ruhig. Wohlbehalten war Fritz in die Feuerstellung gekommen, da kam eine Granate, die einzige dieser Nacht,dicht neben seinem Wagen schlug sie ein, ein Mann war sofort tot, Fritz war der linke Arm handbreit unter dem Schultergelenk abgeschlagen und zahlreiche Sprengstücke durchbohrten den linken Oberschenkel. Mit unfassbarer Energie hielt er sich den Stumpf zu und veranlasste das Abbinden des Gliedes. Man brachte ihn nach P (Pont?) F (Faverger?) zurück. Dort wurde er ärztlich versorgt und dann in das erste Feld-Lazarett in L (La) N (Neuville?) abtransportiert. Dort fand ich ihm am 1.6. gegen 11 Uhr. Ohne Schmerzen, bei vollem Bewusstsein und ohne Klage, auch über den Verlust des Armes! Am selben Tage kennte er in ein weiter zurückgelegenes Feldlazarett nach P (Perthes) gebracht werden, denn in L N (La Neuville) ist ein schlechter