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Ein Lebensbild des Professors Dr. Lucas von Heyden in Bockenheim bei Frankfurt a. TT1.

Von Edm. Reitter, kaiserl. Rat in Paskau (Mähren).

Lucas Friedrich Julius Dominikus von Heyden entstammt einem alten Patriziergeschlecht in Frankfurt a. Main, das seinen Stammbaum bis gegen 1100 zurückdatiert, wo die Heyden nach den Kreuzzügen Vögte der Barbarossaburg in Gelnhausen waren.

L. von Heyden wurde geboren am 22. Mai 1838. Nach Absol­vierung des Gymnasiums in Frankfurt wurde er 1859 Leutnant im Bundes- Contingent des Frankfurter Infanterie-Bataillons und war bereits 1865 Hauptmann und Compagnie-Chef, und 1866, nach Auflösung des Bataillons durch den Preußischen Staat pensioniert. Im Jahre 1870 stellte er sich freiwillig Seiner Majestät zur Verfügung, wurde in die Preußische Armee übernommen, nahm an dem Feldzug 1870 71 teil, erwarb sich das Eiserne Kreuz II. Klasse, trat aber 1871 wieder in das Privatleben zurück. Im Jahre 1884 erhielt er den Charakter als Kgl. Preußischer Major.

L. von. Heyden war von 187375 verheiratet mit Freiin Hermine Riedesel zu Eisenbach und Altenburg; ein Töchterchen starb vor der Mut­ter; seit dieser Zeit lebt er mit einer unverheirateten Schwester zusammen.

1877 trat L. von Heyden in den Johanniter-Orden der Balley Brandenburg, besitzt sei 1860 den Orden der Adeligen Uralten Gesellschaft des Hauses Frauenstein in Frankfurt, der seine Familie erblich angehört, die Feldzugsmedaille 1870 71 und die Kaiser Wilhelm I. Erinnerungs/ne- daille. 1890 erhielt er den Preuß. Roten Adler-Orden IV. Klasse nach lOjähriger und 1902 den Preuß. Kronen-Orden III. Klasse, nach 20jähriger Tätigkeit als Oberleiter der staatlichen Reblausbekämpfungsarbeiten in der Rheinprovinz.

Von frühester Jugend an zeigte L. von Heyden reges Interesse für Naturwissenschaften, angeregt durch seinen 1866 verstorbenen Vater,