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>' ss Frankfurt, 14. Septbr,

Lukas von Heyden t*

Im 78. Lebensjahre starb Prof. Dr. L. von Heyden. In ihm ist einer der ersten Jnsektenforscher dahin­gegangen, mit dessen Namen das naturwissenschaftliche Leben Frankfurts über ein halbes Jahrhundert verknüpft war. Schon der Vater, Senator Karl von Heyden, war einer der berühmtesten Entomologen seiner Zeit, und mit ihm zusammen hat der Sohn die ersten wissenschaftlichen Sporen verdiente L. v. Heyden, aus uraltem Frankfurter Patriziergeschlecht, hatte sich nach Absolvierung des Frankfurter Gymnasiums der Militärlaufbahn zugewandt, wurde 1859 Leutnant im Bundeskontingent des Frankfurter Jnfanterie-Batail-- lons und bereits 1865 Hauptmann und ^Kompaniechef Im Jahre 1866 wurde er nach Auflösung des Bataillons pensioniert. Im 70er Krieg trat er fteiwillig wieder in die preußische Armee ein und erwarb im Felde das Eiserne Kreuz. Seit 1860 besaß er den Orden der adeligen uralten Gesellschaft des Hauses Frauenstein in Frankfurt, der seine Familie erblich angehört, 1877 trat er in' den Johanniter-Orden der Balley Brandenburg ein. Seiner nLLrw.isscnschaftlichen Leistungen wird noch gedacht werden. In den Jahren 1868'bis 1870 machte ec große Sammelreisen in Südeuropa, vor allem in Spanien und Portugal, später mit Reitter und von Hopffgarten zusammen 1878 in Kroatien, Slavomen und Bosnien. Die Insektenkunde., vor allem die Koleopterolagie verdankt ihm über 350 Arbeiten, in denen er an die 600 neue Formen beschrieben hat; gegen 200 Arten haben andere ihm zuEhren benannt.Die Bonner philosophische Füftlftät hatte ihn schon 1875 zu ihrem Ehrendoktor ernannt 'und nach 25 Jahren das Diplom erneuert; 1901 wurde er in Sfcnfcrmimg seiner wissenschaftlichen Leistungen vom Kultus- uritfftet zum Professor ernannt. Er war Ehrenmitglied zahl­et .'cher wissenschaftlicher Gesellschaften. Dem Verein für '.Nadirwissenschaftliche Unterhaltung in Frankfurt gehörte er seit 1859 an, seit 1909 war er dessen ständiger Ehrenvor­sitzender. Die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft, deren Mitbegründer der Vater gewesen ist, verliertrin dem berühmten Gelehrten eines ihrer ältesten Mit­glieder. Schon 1860 trat er ein und war von 1863 ab arbei­tendes Mitglied, wiederholt in derDireftion und verschiedenen .Kommissionen, 1910 wurde er außerordentliches Ehrenmit- Aied. In der Käserabteilung des Senckenbergischen Museums hat er bi6 in den Frühling dieses Jahres hinein unermüdlich gearbeitet,, und noch bis in die letzten Tage war er ihr der freundliche und hilfsbereite Berater.