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17.Oktober 1920

Herrn

Intendanturrat a. D. Dr. R U,H L A KD

JEchenheimer .Landstrasse 20

Sehr geehrter Herr Doktorl

Als wir vor einem Jahr unser Vorlesungsverzeichnis hinaus-

sehickten, hatten wir 1300 Mitglieder und konnten deshalb ohne Weiteres die Familienangehörigen unserer Mitglieder zu allen Veran­staltungen d?r Gesellschaft bogrüssen. Die Not der Gesellschaft hat uns gezwungen, eine sehr grosse Werbetätigkeit zu entfalten, die uns heute weit über 3000 Mitglieder eingebracht hat. Unter- diesen Umständen ist es natürlich ganz unmöglich, die Rechte der Mitglieder auf einen Platz zu den Vorträgen im Festsaal (er zählt im günstigsten Falle 350 Sitzplätze!) die an und für sich schon kaum alle berück­sichtigt werden können, dadurch zu schmälern, Lass wir die Angehörigen unserer Mitglieder wie bisher- an den Samstagsvorträgen teilnehmen lassen. Hatte die Gesellschaft soviele Mittel, einen Hersaal mit über 1000 Plätzen, wie er bei dem grossen Interesse dringend erforderlich wäre, zu bauen, so würde niemand uns daran hindern, nach wie vor in der gewohnten Weise vorzugehen, denn die Gesellschaft weiss ganz genau dass gerade die Vorträge eine ausserordentliche Werbekraft besitzen. Leider ist es uns aber nicht möglich bei der überaus kritischen Lage der Gesellschaft an solche Plähae auch nur zu denken.