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Geschichte des Bildungswesens im Maingau vertieft, erkennt, daß er seine Eigenart und seinen Gedanken nur mit größter Anstrengung gegen andersartige Richtungen durchsetzen konnte. Seine Anregungen fanden bei der Zentralstelle des Bildungswesens in Berlin nicht die Anerkennung, die er sich wünschte. Denn er stand auf dem Standpunkte, daß alle Volksbildungsarbeit betrieben werden müsse im engen Zusammenhang mit der Heimat und ihrer Geschichte. Dem Gedanken der Zentralisation, der gewiß auch in der Volksbildungsarbeit sein Recht hat, stellte er den anderen oft übersehenen Grundsatz entgegen, daß Volksbildung nur dann Erfolg haben kann, wenn sie an -ie Eigenart.der Heimat und ihrer Bevölkerung anknüpft. Wie er seine- wissenschaftliche Forschung damit begonnen hat, den heimatlichen Boden zu durchsuchen, so hat er auch in seiner volksbildnerischen Tätigkeit stets eine besondere Vorliebe gehabt für die Geschichte und Eigenart, das wirtschaftliche und kulturelle Leben der engeren Heimat. Und so hat Kobelt schon in den ersten Zeiten des Volksbildungswesens unserer Gegend auch den Gedanken vertreten, der zu den Arbeitsmethoden unseres Verbandes gehört: Volksbildung s a r b e i t muß geleistet werden auf Grund der volkstümlichen und wirtschaftlichen Eigenart einer begrenzten Gegend. Als ein sichtbares Zeichen dieses Grundsatzes hat uns Kobelt in Schwanheim, seiner zweiten Heimat, ein Heimatsmuseum hinterlassen, in dem er die Erinnerungen Schwanheims mit sachkundigem Fleiß gesammelt hat.
Aber um diesen Mann ganz zu charakterisieren, sei es mir gestattet, auch an seinem Sarge noch ein persönliches Bekenntnis abzulegen. Ich gehöre zu dem Gefchlechte jüngerer Männer, Die von der Universität nach abgeschlossenem Studium in die Praxis des Lebens eintretend, das Glück hatten, mit einem solchen Manne, wie Kobelt, in Berührung zu kommen, und mit mir haben es andere, die in diesem Kreise sind, erleben dürfen, wie in einer stillen Gelehrtenstube das reifgewordene Alter die Jugend zielsetzend und fördernd befruchtete. Und bei seiner sozialpädagogischen Arbeit waren ihm alle willkommen, auch wenn sie Gemeinschaften angehörten, denen er in seinem Leben fremd geworden war. So hat er uns Jungen die Wege unserer gemeinnützigen Arbeit gewiesen, und darum strahlen an seinem Sarge hell die Sterne, die seinem Leben geleuchtet haben und die auch weiter leuchten werden in alle Ewigkeit — Wahrheit und Brüderlichkeit.
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Roch viele Kränze wurden an der Bahre des unvergeßlichen Mannes niedergelegt. Ein kurzes Orgelspiel beschloß die eindrucksvolle Feier.