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Bernhard .f'UfKn t. Srattfftrrt hat den Tod eines edlen Menschen zu beklagen.- Am Sams­tag früh starb nach kurzer Krankheit Hofrat Professor Dr. Bernhard Hagen, einer der in unserer nüchternen Zeit leider immer seltener werdenden Menschen, die noch eine reine Be­geisterung im Herzen tragen und die Gabe be­sitzen, das was sie selber freudig erregt und innerlich reich macht, auch anderen so ans Herz zu legen, daß sie etwas von diesem Enthusias­mus mit empfinden und bereit sind, an edlem ; Werke mitbauen zu helfen. Bernhard Hagen , war Mediziner und kam als solcher in jungen i Fahren weit herum in der Welt. Die unend-, ! liche Mannigfaltigkeit der schassenden Natur machte auf sein empfängliches Gemüt den ticf- : sten Eindruck und regte seinen Sinn für wissen­schaftliche Betrachtungsweise entscheidend an. Besonders im malayischen Archipel und in der Südsee machte er ausgedehnte Reisen, auf denen seine Gattin sich ihm als gleichgestimmter, tapse- rer Kamerad erwies. Seine wertvollen' Funde und Präparate wünschte er weitesten Kreisen für allgemeine BtldungSzwecke zugänglich zu ^machen und in Oberbürgermeister Adickes lfand er den Mann, der solche Geister mit allen . Kräften zu fördern trachtete. So gründete Hof­rät Hagen denn das städtische Völker- museum, dir Stadt übernahm vom Staate )as Bundespalais an der Gr. Eschenheimer- traße und Hagen richtete es als uneigennütziger /ehrenamtlicher Leiter unter Ausnützung der

vielen wertvollen völkerkundlichen Bestände, die bis dahin in den verschiedenen Museen und wiflenschaftlichen Instituten verstreut gewesen waren, in mustergültiger Weise her. In Ver­bindung mit diesen Bestrebungen gründete Hagen die Frankfurter Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte sAnthropologische Gesellschaft) und unermüdlich wußte er die geeigneten wissenschaftlichen Kräfte für gründliche Arbeit zu interessieren wie auch offene Hände zur Deckung der Kosten zu finden. Auch der Ver­ein für Geographie und Statistik hatte in ihm einen eifrigen Vorsitzenden und Mitarbeiter,' wie oft übernahm er selbst in letzter Stunde Borträge, wenn der geladene Redner aus irgend einem Grunde nicht erschei­nen konnte. Sein reiches Wissen befähigte «ihn, auch bei solchen Stegreif-Gelegenheiten immer anregend zu sein. . Auch in der Senckenbergi- schen naturforschenden Gesellschaft fand sich mannigsache Verwendung für seine Sachkunde. Wissenschaftliche Körperschaften in großer Zahl , wählten ihn zum Vorstands-, Ehren, oder korrespondierenden Mitglied. Seid Jahren warb Hofrat Hagen als 'Hochschullehrer,..mit Erfolg , für seine Wissenschaft neue Jüngers zuletzt als , ordentlicher Professor an unserer Universität. > Möge auf seine Mitarbeiter und Schüler auch die selbstlose Freude an der sachlichen Arbeit übergehen, die den liebenswürdigen und be­scheidenen Menschen inmitten seines vielseitigen Schaffens allzeit ausgezeichnet hat.