10.Mai 1926
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Sehr gephrte Gnädige Frau!
Ich komme eben vom Friedhof zurück, wo wir die sterblichen Überreste eines der wertvollsten Frankfurter Menschen zur’ letzten Ruhe bestattet haben. Was Sie an ihm verloren haben, kann man nur ahnen; aber was wir an ihm verloren, das fühlen wir aufs schwerste und die Lücke, die er hinterlässt, wird noch lange schmerzen. Sein gütig-vornehmes Wesen hat in den letzten Jahren so oft Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt und nie eine Verletzt- heit hinterlassen, sein Bürgersinn hat in den Jahren vor und nach der Universitätsgründung mit so vorbildlicher Zähigkeit für das Erbe eines anderen Bürgers gekämpft und so viel erreicht, dass Niemand anders als mit tiefster Verehrung an ihn denken wird.
In unserer Gesellschaft wird das Andenken gar mrnchen treuen Mitgliedes gewahrt und die Bilder unserer Besten hängen ja im Sitzungssaal. Auch sein Bild hängt dort, aber es wäre nicht nötig um an ihn zu erinnern. Denn niemand, der mit ihm zu tun hatte, wird in seiner Seele jemals den Eindruck los werden, mit einem