le.uul 19D0
I. H.
Frau IWAN B A L L Y
S c h ö n e n w e r d
Hochgeehrte Gnädige Frau!
Fr.au C a y a r d, unsere langjährige freundliche Mitarbeiterin, die gleichzeitig lebenslängliches Mitglied unserer Gesellschaft ist, hat uns den Rat gegeben, uns in unserer schweren Lage auch an Sie zu wenden. Ich erlaube mir daher Ihnen einen Aufruf.unserer Gesellschaft beizulegen, aus dem Sie sehen können, wie ausserordentlich kritisch die Lage unserer Gesellschaft durch den furchtbaren Druck, der auf Deutschland lostet,geworden ist? Alle unsere wissenschaftlichen Institute leiden jetzt mehr oder weniger Net;, aber eine- Schöpfung wie die unsrige, die weder Staats- noch Stadthilfe geniesst, die nur aus Stiftungen und freiwilligen Zuwendungen von Bürgern erhalten wird und trotzdem zu den schönsten grössten von Deutschland zählt, ist natürlich heute schwerer daran als jede andere. Denn die Sorgen, di die auf dem einzelnen in unserem unglücklichen Lande lasten, sind so gross, dass nur bei wenigen grossdenkenden Menschen Tatkraft genug bleibt, um an grosse allgemeine Ziele denken zu können.
Wir bitten Sie herzlich, uns zu Hilfe zu kommen. Das Sencken- bergische Museum wird Ihnen bekannt sein, sonst ist Frau Cayard gewiss