21. Juli 1911

Lieber Herr Professor I

^ Ihr und Ihr^r hochverehrten Frau Gemahlin

Lebenszeichen aus den Vogesen, die uns grösste Freude ge­macht haben, lauten immer so ferienselig, dass ich ernste Ge­wissensbiss habe, wenn ich Sie mit Geschäften behellige.

Den beigelegten Brief von Strand möchte ich Ihnen aber doch zu einer freundlichen Begutachtung vorlegen. Müller-Mainz hatte abgelehnt, wie zu erwarten war ( hoffent- lieh hat ölfe ihm tüchtig geholfen ! ), und deshalb schrieb ich an Strand und offerierte ihm 2200 Mark jährlich. Er lässt aber nicht locker und will M 2400.--. Auch sonst hat er noch Allerlei zu wünschen, man sieht er kennt seinen Wert. Meinen Sie dass man seine Bedingungen annehmen soll ? Ich bin dafür. Ein wissenschaftlich auL der Höhe stehender Entomologe tut uns grimmig not. Man denke nur an den Fall dass unsere beiden alten Herren Weis und von Heyden gänzlich aussch&iden sollten Ob wir ihn bekommen, den Strand, scheint mir trotz seiner vielen Fragen noch nicht gewiss. Es muss eben probiert werden

Sonst nicht gerade viel Neues. Herr von Gwin­ner hat eine ganze Sammlung prachtvoller Mineralstufen und zwei versteinerte Fische geschenkt, die uns für den Lichthof