8(3
Senator Dr. phil. hon. c. Carl von Heyden, geb. 1793, der selbst zu den hervorragendsten Entomologen seiner Zeit zählte.
In den Jahren 1868—70 machte L. v. Heyden grolle Reisen in Südeuropa, besonders Spanien und Portugal (von der Sierra Guadarrama und Morena bis Gibraltar, über Badajoz nach Portugal in den Serra Es- trella u. Gerez sowie Asturien, in Begleitung von Piochard de la Brülerie, meist zu Füll wo jetzt Eisenbahnen sind) und Mittelmeergebiet; später mit Reitter und v. Hopffgarten, 1878, in Croatien, Slavonien und dem Bosnischen Grenzgebiet. Seine Sammlungen, von seinem Vater 1812 begründet, vermehrten sich in dem Maße, daß jetzt kaum eine Coleopteren- Gruppe bearbeitet werden kann, ohne diese Sammlung mit ihren vielen Originalen, oft unica, zu Rate zu ziehen.
Schilsky sagt in seinem Vorworte zu Küster Käfer Europas Heft 38. 1901: „Besonderen Dank aber schulde ich Herrn Major Dr. L. von Heyden, der sich die große Mühe machte, sein reiches Sammlungsmaterial auszustecken und mir zum Vergleich und zum Studium zu schicken. Da die Apionen seiner Sammlung bereits von Wencker und Desbrochers revidiert wurden, auch viele typische Exemplare vorhanden waren, so mußte dies meine Arbeit erheblich fördern. Ich glaube es der entomolo- gischen Welt schuldig zu sein, zu Nutzen und Frommen für alle die es angeht, wenn ich an dieser Stelle diesem liebenswürdigen, stets hilfsbereiten Entomologen ein Denkmal setze, indem ich einen Passus seiner Briefe der Öffentlichkeit übermittele: „Ich stehe (und mein verstorbener Vater tat das ebenfalls stets) auf dem Standpunkt, daß es eine moralische Pflicht der Besitzer großer Sammlungen ist, ihr Material an Spezialisten und Monographen mitzuteilen. Der Besitzer hat nebenbei den Vorteil sein Material richtig (je nach dem jeweiligen Stande der Wissenschaft) bestimmt zu erhalten; in jedem Falle muß er aber dazu beitragen unsere Wissenschaft zu fördern. Allein dazu legen wir Sammlungen an, nicht aber, wie der Geizhals, der nur anhäuft — nutzlos, nicht einmal vorteilhaft für sich selbst — und nichts mitteilt; noch vielmehr ist es aber zu rügen, wenn der betreffende Besitzer nie etwas selbst veröffentlicht.“ —
Die Beziehungen L. v. Heyden zu anderen wissenschaftlichen Vereinen und Gesellschaften des In- und Auslandes sind sehr umfangreiche: er ist wirkliches oder correspondierendes Mitglied von 52 Gesellschaften (von 9 Ehrenmitglied).
Am 30. März 1890 wurde er wegen seiner Arbeiten über die Central-Asiatische Fauna (Turkestan, Mongolei und Amur) von der Kaiserlich Russischen Geographischen Gesellschaft in St. Petersburg zum arbeitenden Mitglied ernannt und erhielt (als dritter Deutscher) deren Silberne Medaille.
Am 23. Februar 1875 wurde v. Heyden von der philosophischen Fakultät der Universität Bonn, hauptsächlich in Berücksichtigung seiner umfangreichen Arbeiten über die fossilen Insekten des Siebengebirgs am Rhein, zum Ehrendoctor ernannt, wie es in dem Diplon heißt: „Insectis et fossilibus et viventibus cum colligendis tum describendis, de Zoologia