16.Mai 1924
Sehr geehrter Herr Doktor
Ihr freundlicher Brief war uns deswegen besonders interessant, weil er einen Gedanken behandelt, den wir schon wiederholt im engsten Werbekreise besprochen haben. Ich hptte von wahrend der Inflationszeit das G- fühl, dass wir unseren Mitgliedern etwa östlich von der Eschersheimer Landstrasse etwas viel zumuten, dass sie jedesmal zu Vorlesungen und Vortragen den weiten Weg oder die Tranbahnkosten haben. Sie sehen also, wir stehen Ihrem „edanken durchaus freundlich gegenüber. Ich glaube aber nicht, dass wir diese nordostlichenNfcrr- lesungen gleich im grossen Stile anfangen sollten, sondern vielleicht zunächst entweder mit einer guten zugkräftigen.Vorlesung oder mit einigen ebensoguten Vortragen, wobei inhaltlich Senckenberg und Osten durchaus getrennt werden sollten. Ist das auch Ihre Meinung?
Ich würde z. B. gern bereit sein, im nächsten Winter etwa jeden Mittwoch abend von 7-8 Uhr eine Vorlesung vielleicht in der Klingerschule oder einer nahegelegenen anderen Schulaula zu halten, dessen Thema so zu gestalten wäre, dass die Ostendmitglieder wirklich kommen und sich an den Platz gewöhnen. Ferner kennte mann daran denken, zunächst an den vier Samstagen, an denen im Senckenberg kein Vortrag ist, draussen Vertrage halten zu lassen, deren Theman zugkräftig sind. Das wäre ein Anfang, nach dessen Erfolg oder Misserfolg sich das weitere Vorgehen richten konnte. Natürlich muss die Verwaltung unserer Gesellschaft sich zu dem Plane aussern, aber ich denk i nicht, dass sie dagegen sein wird, wenn keine Kosten entstehen.