Kultusministeriuia wolle bei dem Kabinet Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin dahin f vorstellig werden, dass Ihre Majestät an Stelle der beabsichtigten Goethebüste ein die ganze umrahmte Fläche einnehmendes Oelbild Goethes als Ehrengabe zu bestimmen geruhen wollen.

Um mir selbst über die erforderlichen Grössenver­hältnisse eines solchen Bildes klar zu werden, habe ich s. Zt. eine flüchtige Skizze angefertigt, die ich beizufügen mir ganz ergebenst erlaube. Das aufgeklebte Goethebild ist eine dem diesjährigen Goethekalender entnommene Reproduktion des von Heinrich Kolbe in den Jahren 1824 - 26 gemalten, in der Universitätsbibliothek zu Jena befindlichen grossen Oelgemäldes, das ohne Rahmen 1,58 Meter breit und 2,24 Meter hoch ist. Eine Kopie dieses Bildes in gleicher Grösse und in einem Rahmen von 30 Centimeter Breite würde in der aus der beigefügten Skizze ersichtlichen Weise das ganze Feld hinter dem Rednerpult ausfüllen; sie würde ohne Zweifel wesentlich günstiger als eine Marmorbüste und wirklich monumental wirken und schliesslich zu wohl dem gleichen Preise herzustellen sein wie eine Büste.

Vertrauensvoll bitte ich Euer Hochwohlgeboren daher höfliehst und ergebenst, meinen unmassgeblichen Vor­schlag Herrn Geheim. Oberregierungsrat Dr. Schmidt vortra­gen und mir gütigst weitere Nachricht geben zu wollen, da auch die dem Rednerpult gegenüber liegende Wand des Fest-