merken, dass der Neubau des Museums, dessen Fertigstellung zum Mai dieses Jahres erhofft worden war, nach dem derzeitigen Stande der Arbeiten vor Mitte Juni nicht vollendet dastehen wird und dass unsere Gesellschaft im verflossenen Jahre einige so hervorragende Geschenke und unter so eigentümlichen umstanden aus dem Auslande erhalten hat, dass sie hoffen darf, deren kurze Mitteilung werde der ALLERGNAEDIGSTEN PROTEKTORIN Freude bereiten.
Die Sache kam so: Da die Gesellschaft ausschliesslich auf private Mittel angewiesen ist, hatten sich Mitglieder derselben durch amerikanische Freunde an Herrn Carnegie gewandt, der als Mäcen wissenschaftlicher Bestrebungen über dem Ocean bekannt ist und erst kürzlich den Gipsabguss eines Riesenvorwelttieres an das Londoner Museum schenkte, um diesen Herrn zu bitten, ein gleiches Geschenk nach Frankfurt zu machen. Leider waren die Bemühungen erfolglos, aber sie führten dazu, dass ein der Gesellschaft völlig unbekannter Förderer der Naturwissenschaft, der Präsident der Handelskammer in New-York, Herr Morris K* Jesup seinerseits unserer Gesellschaft einen ihm gehörigen ungeheuren Diplodocus als Geschenk anbot und zwar nicht einen Gipsabguss des Tieres, sondern das unschätzbare Original selbst. Beigefügte Skizze erläutert besser als Worte vermöchten, die riesigen Verhältnisse des 12 amerikanische Fuss hohen und 60 Fuss langen vorsündflutlichen Tieres, zwischen dessen Extremitäten Türöffnungen für die Beschauer gebrochen werden sollen und für dessen enormes Gewicht besondere Fundamente hergestellt werden müssen. Andere Amerikaner erklärten sich bereit, den kostspieligen Transport des ungeheuren Steinblockes über den Ocean und bis nach Frankfurt zu tragen, selbst wenn sie ein Schiff zu diesem Zwecke besonders herrichten müssten, kurz es entstand ein Wetteifer echt amerikanischer Freigebigkeit, wie er hier im alten Europa ganz undenkbar wäre.
Zum Ankauf weiterer vorweittiere, die dem Museum fehlen, schenkte Herr Wernher in London eine grössere Geldsumme, die genügte,