an die
Vertreter und Freunde der Naturwissenschaft.
Im Juli dieses Jahres waren grade 70 Jahre verflossen, seitdem der grosse deutsche Naturforscher
Samuel Thomas von Sömmering
den ersten galvanischen Telegraphen erfunden und praktisch ausgeführt und hierdurch den deutschen Nationalruhm erhöht und seinem Namen die Anerkennung der Mit- und Nachwelt gesichert hat.
Schon längst wurde daher von hiesigen Vertretern und Freunden der Naturwissenschaft der Gedanke ins Auge gefasst, zu Ehren Sömmering’s ein würdiges Denkmal zu errichten und zwar hier in Frankfurt a. M., wo derselbe Jahrzehnte lang als praktischer Arzt und als denkender Menschenfreund gewirkt hat.
Im Anfänge des Jahres 1866 wurden bereits durch ein Comite Beiträge erhoben: drei Verehrer Sömmering’s stellten die Summe von fl. 1500 zur Verfügung, eine weitere Spende kam vom Copernikus- Verein aus Thorn, der Geburtsstadt Sömmering’s, und man schickte sich gerade an, auch das grössere Publikum zur Zeichnung von Beiträgen anzugehen, als die politischen Ereignisse jenes Jahres die Ausführung des schönen Plans in die Ferne rückten. Heute dürfte es nun an der Zeit sein, denselben endlich einmal zu verwirklichen und damit eine Ehrenschuld Frankfurts, wie ganz Deutschlands, abzutragen.
Die Vorstände der im Senckenbergianum vereinigten wissenschaftlichen Gesellschaften, nämlich der Seuckenbergischen natur-forschenden Gesellschaft, des Physikalischen Vereins, des Vereins für Geographie und Statistik, sowie des Aerztlichen Vereins, haben daher beschlossen, sich der Sache mit allem Eifer anzunehmen und ist das Unterzeichnete Comite mit den weiteren Schritten betraut worden. Demselben ist es bereits gelungen, das von dem verstorbenen Bildhauer von der Launitz gefertigte Gypsmodell einer Statue des berühmten Mannes, ein Werk voll Kraft, Wahrheit und Kunstvollendung,