W ie Prrection
an
sämmtliche vereheliche Mitglieder der Sencken« belgischen naturforschenden Gesellschaft.
mehr unsere Gesellschaft ihre Gründung sowohl als ihr rasches Aufblühen vorzüglich dem kräftigen und innigen Zusammenwirken so vieler theilnchmenden Freunde verdankt, deren jeder zwar nach seiner Weise und mit den ihm grade zu Gebot stehenden Mitteln, doch unter gegenseitiger Werthschätzung und Unterstützung zum gemeinsamen Ziele hinarbeitet, desto betrübender mußte es für uns sein, wenn wir im Innern Mißverhältnisse entstehen und unfreundliches Entgegentreten von Personen sich erheben sahen, die wir unter die verdientesten und ausgezeichnetsten unsers Vereines zählen. Daß jene widerstrebenden Gesinnungen und Ansichten nicht einzig im engern Kreise der arbeitenden Mitglieder auf freundliche Weise ihre Ausgleichung gesucht, vielmehr sich öffentlich gegeneinander ausgesprochen haben und, wie es im Streite der Meinungen zu ergehen pflegt, in Uebertreibungen zum Nachtheilc der Gesellschaft sich bekämpften, mußte uns für das Wohl dieser, welche dadurch des gemeinschaftlichen Handelns ihrer tüchtigsten Mitglieder entbehrte und Zwietracht wuchern sah, höchst besorgt machen. Wir haben uns daher unter Vermittlung wohlwollender Freunde eifrigst bemüht, eine gründliche und vollständige Ausgleichung zu bewirken und dabei den Zustand der Gesellschaft einer ernstlichen Prüfung unterworfen, inwiefern es auch hierin möglich und nützlich sei Verbesserungen eintretcn zu lassen. Unsere Bemühungen sind mit dem schönsten Erfolge gekrönt worden.
Herr vr. Rüppell, welcher bedauert, durch Mißverständnisse verleitet, beim neulichen Jahresfeste seine Absicht aus der Gesellschaft zu treten öffentlich ausgesprochen zu haben, hat ihr vielmehr wieder lebendigere Theilnahme und erneute Thätigkeit zugesagt, und will namentlich seine bevorstehende Reise nach England und Frankreich zu ihrem Vortheile benützen. Für die naturgeschichtlichen Vorträge des Herrn vr. Cretzschmar ist unter dessen Mitwirkung ein veränderter Plan festgesetzt worden, von welchem wir glauben, daß er den Wünschen und Bedürfnissen mehr entsprechen werde; in kürzeren Zeiträumen als bisher sollen die Curse wiederholt und dabei vorzüglich ein gedrängter Ueberblick des jedesmaligen Zustandes der Zoologie beabsichtigt werden.
Sämmtliche arbeitenden Mitglieder haben sich erneut ein kräftiges, inniges Zusammenwirken versprochen, um die einzigen Zwecke der Gesellschaft, Förderung der Naturkunde im Allgemeinen und ins Besondere in hiesiger Stadt, mit möglichster Vollkommenheit zu erreichen. Sie dürfen hoffen dieses Ziel zu erstreben, wenn alle übrigen Glieder der Gesellschaft auch ihrer Seits fernerhin so wohlwollend dazu beitragen wollen, sie dürfen es um so mehr hoffen, wenn es ihnen gelingen dürfte, der Anstalt die der kräftigsten Unterstützung noch sehr bedarf selbst neue Freunde zu gewinnen.
Frankfurt am Main, am 10. Mai 1836.