Direktionssitzung, 13. Januar 1910.
Beginn der Sitzung 5^ Uhr.
Anwesend die Herren: Knoblauch als Vorsitzender, ferner Berg, Melber, Roediger, Siebert, zur Strassen, v. Weinberg u. Winter.
Stellungnahme zum Plan der üniversitätsgründung.
Prof. Knoblauch modiviert die Gründe, die ihm geeignet erscheinen, das die Gesellschaft Jetzt den schwebenden Fragen zur Gründung einer Universität näher treten solle. Im Herbst 1909 ( Dezember ) fand zum ersten Mal bei dem Oberbürgermeister Adickes eine Besprechung darüber statt, welche Stellung die Senckenbergisehe Gesellschaft bei einer ev. Gründung einer Universität einzunehmen gedenkt und welchen Beitrag als mitwirkender Fakto sie zu leisten gewillt sei. Seitens des Vorstandes der Gesellschaft waren bei dieser Besprechung die Herren Berg, v. wetzler und Roediger anwesend, ausserdem die Herren Edinger, Ellinger, E. Hartmann, Roessler und von Wein berg und noch einige andere. Bald darauf wurde zweitens und öffentlich zu der in Aussicht genommenen Universität Stellung genommen durch Zeitungsmitteilungen in der Zeit Ende Dezember 1909. Drittens am 23.April 1910 tra im Landtag der Abgeordnete Funck für die Errichtung einer Universität ein, wozu sich der Minister am 25 April äusserte. In der Sitzung des Herrenhauses vom 27. Mai 1910 äusserten sich die Herren Hildebrandt ( cons. ) Breslau und Küster Marburg scharf gegen das Projekt, während Graf Oppersdorf dafür eintrat. Unser Oberbürgermeister nahm hierzu im Haus Stellung. Im Januar 1911 bemerkte der Oberbürgermeister in der Stadtverordneten-Ver- 1 Sammlung anlässlich einer Interpellation » dass er glaube, den Stadtverord rieten in nicht zu ferner Zeit eine Denkschrift des Magistrats vorlegen zu können ». In der Stadtverordnetenversammlung vom 3. Januar d. J. äusserte der Abgeordnete Dr. Gehrke, » dass von der freisinnigen Volkspartei seine Freunde dem Plan einer Universität unter gewissen Bedingungen wohlwollend gegenüberständen. » Der Vorsitzende weist darauf hin, dass namentlich die letzteren Erwähnungen es notwendig machen, dass die Gesellschaft ihrer Stellung und ihrer Bedeutung gemäss sich jetzt intensiv an den schwebenden Fragen beteilige, damit sie nicht ins Hintertreffen gerade und auch, wenn es zu einer Universität kommen sollte, die Gesellschaft eine führende Rolle entsprechend ihrer Bedeutung einnehme. Im Anschluss hieran kommt der Vorsitzende auf die seit zwei Monaten seitens des Oberbürgermeisters, des Rektors der Akademie, Prof. Freudenthals und Prof. Vogts fertig vorliegen-