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Mremer Angelegenheiten.
t Herr Professor Dr. Franz Buchenau ist gestern nachmittag nach kurzer schwerer Krankheit im 76. Lebensjahre gestorben. Nur drei Jahre lang hat er im Ruhestand gelebt und auch diese kurze Zeit war für ihn nicht ungetrübt. Ein körperliches Leiden, das im Frühjahr 1903 für ihn zum Anlaß wurde sein Lehramt auszugebxn, ließ ihn nicht zum Vollgenuß seines Lebensabends kommen und dazu riß der unerbittliche > Tod vor noch nicht langer Zeit die treue Lebensgefährtin ' von seiner Seite. Nun ist er ihr gefolgt; sein Name gehört der Erinnerung an und in dieser wird er fort, leben. Dafür hat Franz Buchenau bei Lebzeiten selbst gesorgt. Buchenau wurde am 12. Januar 1831 in, Kassel geboren. Noch nicht 21 Jahre alt, trat er im ! Oktober 1851 als „Praktikant" in das Lehrerkollegium der Realschule ' seiner Vaterstadt ein, l wo er jedoch nur kurze Zeit wirkte. Die folgenden Jahre sahen ihn als Lehrer am Erziehungsinstitut Friedrichsdors im Taunus, von wo er am 1. Oktober 1855 an die mit diesem Tage ins Leben getretene höhere „Bürgerschule" nach Bremen berufen , wurde, aus der sich die Realschule in der Altstadt ent- wickelt hat. Nach dem Tode Gräfes (am 22. Juli 1868), des Begründers dieser Anstalt, wurde Buchenau mit ihrer Leitung betraut und am 2. Dezember 1868 zum Direktor derselben ernannt. Unter feiner Amts- führung haben sich bedeutende Wandlungen in der inneren Organisation der neuen Anstalt vollzogen. Fiel Gräfe die Aufgabe zu, die zwischen der Hauptschule und den Volksschulen bestehende Lücke durch Gründung der Bürgerschule und nachmaligen Realschule auszufiillen und eine geeignete Blldungsstätte für die Vorbereitung auf das praktische Leben, namentlich für den Kaufmanns- und Gewerbestand zu schaffen, so war es Sache Buchenaus, diese Anstalt im Interesse des Berechtigungswesens (besonders für den einjährig-freiwilligen Militärdienst) in geeigneter Weise den preußischen Anforderungen an- z"vasfen. Daß ihm die Lösung dieser Frage glücklich gelang, zeigte der starke Schülerzudrang zu der Realschule in der Altstadt, der dazu führte, daß von ihr im April 1676 die Realschule beim Doventor abgezweigt wurde. Zu dieser siedelte Buchenau mit über, um dort von neuem sezn organisatorisches Talent zu betätigen. Mit Umsicht hat er die Realschule beim Doventor geleitet, und er hat sowohl als Direktor derselben, wie auch als beratendes Mitglied der Schuldeputation, der er viele Jahre angehörte, einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf unser gesamtes bremisches Schulwesen, insbesondere auf die Entwickelung der Realschulen, ausgeübt.
' Bei aller Fürsorge für seinen pädagogischen Beruf, hat Buchenau aber auch noch eine vielseitige anderweite Tätigkeit entwickelt. Erwähnt seien nur seine Verdienste, die er sich um das wissenschaftliche Leben unserer Stadt, durch seine Wirksamkeit im Naturwissenschaftlichen Ver- ein erworben hat. Er hat ihn mitgegründet und war bis vor wenigen Jahren sein Vorsitzer und einer seiner eifrigsten Förderer. Ferner hat er durch seine Floren von Bremen, von Nordwestdeutschland und von den Nordseeinseln vielen Naturfreunden Anregung zu eingehenderem Studium der Botanik gegeben, auf deren Gebiet er sich außerdem durch verschiedene Arbeiten morphologischer und systematischer Art einen Namen als Forscher erworben hat. Auch das Städtische Museum trfreule sich auf botanischem Gebiete seit Jahren seiner wertvollen sachkundigen Mitarbeit und Unterstützung. Des Weiteren sei an sein Werk „Die freie Hansestadt > Bremen" erinnert, mit dem er r-iu vo rzügliches Nach- >
schlagebuch geboten hat, das gerne von jedem, der sich 1 ' über die genaueren Verhältnisse unserer Vaterstadt ' unterrichten will, zur Hand genommen wird.
Am 31. März 1903 schied Buchenau aus Gesundheitsrücksichten aus dem Schuldienste aus und etwa um dieselbe Zeit legte er auch den Vorsitz im Natur- , wissenschaftlichen Verein nieder, der es an besonderer Anerkennung seiner Verdienste s. Zi. nicht fehlen ließ. Vor einiger Zeit konnte Buchenau sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum feiern, was die Göltinger Universität zur Erneuerung seines Diploms veranlaßte. Buchenau, - dem auch die „Bremer Nachrichten" manchen wertvollen Aufsatz oder kürzere wissenschaftliche Artikel verdanken, erfreute sich bis vor wenigen Tagen noch großer geistiger , Frische, so daß die Kunde von seinem Hinjcheidcn fast i Überraschend kommt. s