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Ziiin Andenken an l)r. pliil. Albert von Rein ach.
Von Professor Dr. F. Kinkelin.
Nach langem qualvollen Leiden hat ein der Wissenschaft und dem Gemeinwohl geweihtes Leben am 12. Januar 1905 mit dem Tode Dr. Albert von Reinachs geendet.
Als Zweitältester Sohn des Bankier Adolph von Reinach in Frankfurt a.M. wurde er am 7. November 18$2 geboren. Im Rasselsehen Institut in Frankfurt a. M. erhielt er eine gute wissenschaftliche Erziehung. Dem väterlichen Wunsche gemäfs sollte er Bankier werden. Doch interessierte sich von Reinach für Naturwissenschaften, vor allem für Geologie und Bergwesen. So besuchte er zwei Jahre die chemische Abteilung des Polytechnikums in Karlsruhe und ebensolange die Bergakademie in Freiberg in Sachsen. Seine Lehrer, deren er sich oft und gern erinnerte, waren F. Sandberger, Th. Petersen und B. von Cotta. Seinen Vater zu unterstützen, mufste er dann doch die Tätigkeit eines Bergingenieurs mit der des Bankiers vertauschen; er trat 1866 als Teilhaber in das Bankhaus ein und führte es nach dem Ableben seines Vaters bis zum 1. Januar 1886.
Im Jahre 1875 vermählte er sich mit Antonie Bolongaro Crevenna, einer kunstsinnigen und tatkräftigen Dame, die ihren Gatten bei seinen gemeinnützigen Bestrebungen wesentlich unterstützte.
Ein nervöses Leiden veranlagte von Reinach sein Bankgeschäft abzugeben und auf der Höhe des Stautfen bei Eppstein im Taunus eine Villa zu bauen, die er während der Sommermonate bewohnte. Mit Vorliebe lag er hier zeitweise dem edlen Weidwerk ob. Doch sein Tätigkeitsdrang suchte nach ernsteren Aufgaben, die es mit sich bringen, besonders im Freien zu sein. Die Wahl fiel natürlich auf das Studium der Geologie. Seit 1886 begleitete von Reinach dann F. Kinkelin beim Begehen der Tertiär- und Alluvialbildungen am südlichen und nördlichen Taunushang und in der Wetterau und später H. Grebe bei seinen geologischen Aufnahmen in der Rheinprovinz, wobei er mit dem Direktor der Preufsischen Geologischen Landesanstalt E. Beyrich bekannt wurde. Im Jahre 1892 trat von Reinach als Mitarbeiter in die Geologische Landesanstalt ein. Mit geologischen Aufnahmen beauftragt, durchforschte er mit Eifer die östliche Wetterau und die West- und Südseite des Vogelsberges. Wesentlich trug zur Sicherung seiner Aufnahme bei, dafs von Reinach auf seine Kosten eine grofse Anzahl von Bohrungen vornehmen liefs. 1899 kamen seine Karten von Blatt Windecken, Hanau, Hüttengesäfs und Langenselbold mit Erläuterungen heraus. Bieten sie manch Neues über Schichtenbau und Schichtenfolge, so sei doch aus Blatt Hanau besonders auf seine Behandlung der diluvialen Sedimente hingewiesen; auch erinnere ich an seine Entdeckung des marinen Mitteloligocäns bei Büdesheim und an die Bekanntgabe weitstreichender Verwerfungen in diesem Gebiete. Hier kam von Reinach in nähere Beziehung mit Prof. Dr. Bücking in Strafsburg i. Eis., der ihn auch in petrographischen Fragen des Taunus beraten hat. Um sich weiteren Blick über die Verbreitung des Permsystemes und der Taunusgebilde zu schaffen, wurden Reisen nach der Saar-Nahegegend, nach England, nach Frankreich (Autun, Lodeve) und nach den Ardennen und der Bretagne unternommen; hier trat er in nähere Beziehung mit den Professoren Gosselet und Barrois, (Lille) die er dann auch durch den Taunus führte. Wichtige Arbeiten, teils in den Abhandlungen der geologischen Landesanstalt, teils in der Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft publiziert, sind der Erfolg dieser Reisen im Zusammenhang mit seinen heimatlichen Studien. Dem Rotliegenden, besonders aber dem geologischen Bau des rechtrheinischen Taunus im weitesten Sinne galt ein jahrelanges Studium. Es sei nur hervorgehoben, dafs von Reinach den Taunus als ein von vielen Verwerfungen gestörtes Gebiet erkannte. Haben Milch und Schauf die Genesis der Koch sehen Ilörnblendesericitschiefer und der Sericitgneisse aufgeklärt, so ist es von Reinach, der die Phyllite Kochs zusammen mit liegender Arkose und Konglomerat nach ihrem geologischen Alter als tiefstes Unterdevon, als sogenanntes Gedinnien, erkannt hat, welche Orientierung er auch durch seine Entdeckung schon lange vergeblich gesuchter Fossilien belegen konnte. So führte er den Nachweis, dafs die petrographische Beschaffenheit der Taunusgesteine in vollem Parallelismus mit der in den Ardennen ist Auch die oberen Schichten des mächtigen Unterdevon, die Coblenzschichten, werden in ihrer Gliederung durch seine Bearbeitung des nördlichen Taunus, worin er bei Bestimmung der Fossilien von Dr. Alexander Fuchs unterstützt wurde, wesentliche Förderung erfahren. An sich über den komplizierten Bau des Taunus und seine Schichtenfolge im klaren, mufste von Reinach vor 1 1 j i Jahren durch ein schweres Herzleiden gezwungen, die Studien im Revier aufgeben. Aber auch während seiner Krankheit arbeitete er soweit irgend möglich. Davon zeugt u. a. eine höchst interessante Arbeit, die vor einigen Monaten erschien: „Uber Wasser-
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