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Wissenschaftliche Sistrnrg Ser Serrckerrbergischerr ttaLrrrforschenderr Gesellschaft.

Frankfurt a. Bl.. den 23. Oktober 1897.

Der Vorsitzende Herr Oberlehrer I. Blum begrüßt die zahlreich erschienenen Mitglieder in dem verschönerten und erweiterten großen Hörsaale und bemerkt über die Herstellung des Saales in den jetzigen Zustand, daß die Dr. Senckenbergische Stiftungs-Administration daniit auss Neue bewiesen habe, wie sehr ihr die Förderung der wissen­schaftlichen Bestrebungen der ihr nahestehenden Gesell­schaften am Herzen liege.

Seit dem Jahresseste am 31. Mai hat die Gesellschaft durch den Tod verloren: die hiesigen Mitglieder Louis Graubner, Bankdirektor Gust. Stilgebaner, Konsul E. Becker, Joh. Chr. Geher, Lazar Hackenbroch und das Korrefpondirende Btitglied Geh. Hofrath Dr. R. Fresenius in Wiesbaden. Zu ihnen trat am verflossenen Montag Herr Dr. G. H. Otto Volger. Er starb aui seinem LandsitzeWarte Sonnenblick" in Sulzbach am Taunus, 75 Jahre alt. Unsere älteren ,Mitglieder erinnern sich noch lebhaft der Jahre 18561860, in denen er als Dozent der Gesellschaft für Mineralogie und Geologie durch ungemein klaren und formvollendeten Bortrag seine Zuhörer zu begeistern und viele von ihnen zu weiterem Studium anzuregen verstand. Allen genannten Tobten wird die Gesellschaft ein dankbares Andenken be­wahren. Die Anwesenden erheben sich zur Ehrung der Heimgegangenen von ihren Sitzen. In die Reihe der ewigen Biitgljeder sind eingetreten: Herr Julius Lejeune, Herr Anton L. A. Hahn und, durch letzt- willige Verfügung, der sei. Herr Bioritz L. A. Hahn.

Der Borsitzende fahrtsort:Meine Dame» und Herren! Sie haben in diesem Sommer Gelegenheit gehabt, die von Fräulein Elisabeth Schultz ausgestellt gewesenen Phancrogamen-Flora der Umgegend von Frankfurt in 1262 Aquarellen zu beivnndern. Zur Bewältigung einer solchen Riesenarbeit gehört ein langes Leben. Verständnis; der Natur und eine unendliche Liebe zu ihr, verbünde:: mit der Bieisterschast des Künstlers. Diese glückliche Bereinigung traf bei Fräulein Elisabeth Schultz zu. In Anbetracht ihres hohen Verdienstes uin Wissenschaft und Kunst und in Erwägung, daß diese werthvollen Aquarelle bestimmt worden sind, 'einstens den wissenschaftlichen Zielen der Gesellschaft zu dienen, hat die Verwaltung in ihrer Sitzung vom 28. August beschlossen. Fräulein Elisabeth Schultz zum Außerordentlichen Ehrenmitglieds der Gesellschaft zu ernennen. Es ist dies die höchste Auszeichnung, die die Gesellschaft gewähren kann. Den Zweck, den die Gesellschaft mit dieser Ernennung verfolgt bat, der greisen Künstlerin eine Freude zu bereiten, hat sie in hohem Biaße erreicht. Möchte cs Fräulein Schultz noch recht lange vergönnt sein, sich an dem Anblicke ihrer schönen Schöpfungen zu erfreuen!" Ferner bemerkt der Vorsitzende:Laut Sitzungsprotokoll vom 23. Okto­ber 1847 winde der junge Gelehrte Dr. R. Virchow an jenem Tage, also heute vor fünfzig Jahren, zum Kor reivoudireuden Mitglieds erwählt. Die Ge­sellschaft wollte den hcntigen Tag nicht vorübergehen lassen, ohne dem Altmeister naturwissenschaftlicher Forschung ihre Huldiaung onszudrücken und sie hat daher an dem heutigen 23. 'Oktober Herrn Geheimrath Professor Dr. Nndols Virchow zumKorrespondirenden Ehren­mitglied ernannt. Herr Gcheimrath Professor Weigert ist gestern nach Berlin gereist, um heute das Diplom im Namen der Gesellschaft zu überreichen. Wir sind Herrn Geheimrath Weigert für seine ungemein große Liebens­würdigkeit sehr'zu Dank verpflichtet." Schließlich be­grüßt' der Norsitzende Herrn Dr. George Kolb aus Wiesbaden, der "mehrere Jahre MLlrzss in Britifch- Ostafrika geweilt, in letzter Zeit Llndicn halber oft im Atnseun, der Senckeiibcrgischen Gesellschaft verkehrt hat und die Freundlichkeit hatte, den heutigen Vortrag zu über­nehmen. Herr Dr. Kolb sprach nunmehr über Zwei K.rpediLionen zum Werg- Kenia in Kttgüsch-M-Kfrilra.

Der Redner führte wie folgt aus: Alle hohen Gebirge Acquatorial-Asrikas sind in Folge ihrer Frucht­barkeit für die umwohnenden Völkerschaften ein heiß­ersehnter und deshalb vielumstrittener Besitz, woher cs denn komuit. daß solche Berge stets von den kawpscs- lustigstcn Stäunnen bewohnt . werden. Deshalb sind Forschungsreisen in solche Gebiete in der Regel mit großen Schwierigkeiten verknüpft. Anfang des Jahres' 1894 traf ich mit zwei weißen Begleitern i'n Mombasa, der von Basco da Ganm gegründeten Hafenstadt Englisch-Ost- Afrikas, ein. Ursprünglich war uiisere Absicht gewesen, uns der Freiland-Expedition anzuschließen. Zum Glück löste sich dies unsinnige Unternehmen schon vor unserer Ankunft an der Küste auf und ich mußte auf eigene Faust Vorgehen. ' Es glückte uns in 10 Tagen eine Karawane anzuwerben, unterstützt durch die liebenswürdige Fürsorge der englischen Beamten in Mombasa, und bald befanden wir uns mit 50 Mann auf dem Wege nach den Hoch­landen im Inner». Der Küstensanm wird von dcn, Hochlande im Innern getrennt durch einen 1216 Tage­reisen breiten Wüstengürtcl, der, völlig eben, allmählich von 200 bis zu 600 Bieter nnstcigt. Spärliche Vegetation i» dem wasserarmen Lateritbvdcn charaktcrisiren in der Trockenzeit die traurige Gegend. Wir folgten der alten Karawanenstraße zum Tsavoflusse, den jetzt die Eisenbahn Dank der großen Thatkrast der Engländer bereits über­schritten hat. Dann folgten wir rechts abbiegend dem Athiflnsse und befanden uns nach 3 Wochen in Jkntta, einer deutschen Missionsstativn in Ukambani, wo wir uns der freundlichsten Aufnahme seitens der Missionare zu erfreuen hatten. Wie gefürchtet die Keniavölker unter den Küstennegern sind, sollte mir bald klar werden. Wenige Tagereisen weiter nach Norden, als kein Zweifel mehr über das Ziel unserer Reise sein konnte, entiies Nachts die ganze Karaivane mit Ausnahme des Kochs und meiner beiden Diener. Mit Hülfe der Missionare brachten wir uiiser gesammleS Erpcditioiisgnt auf die Mission in Sicherheit. Dann entsandte ich den einen meiner weißen Begleiter mit Mtssionsnegern zur Küste, um neue Leute anznwerben. Nach zwei Monaten traf diese neue Karawane, lauter von der englischen Negierung ausgesuchte, tüchtige Lento ein, dagegen trennten sich mnr ineine beiden weißen Begleiter von mir. Der eine er­reichte wohlbehalten die Küste, der andere ging entgegen meiner Weisung vom Wege ab und wurde nördlich vom chlagcn. Ich selbst erreichte mit meinen wohlbehalten dcn Oberlauf des Tann an der wo der Fluß die unter dem NamenKilolunia", d. i. derBrummer", bekannten Wasserfälle bildet. Zwei Btonate blieb ich an diese» Füllen, deren Pracht weder Wort noch Photographie Iviedcrgeben können. Längst war die Regenzeit eingetrctcn, da erschienen eines Tages Boten ans der andern Seite des nun so stark wie der Rhein nngeschwollenen Flusses mit einem Briefe. I" einem selbstgeferiigten Eskiinokajak fetzte ich über Strom und empfing einen Brief des englischen manns A. 11. Neninann. Dieser befand. sich in Aembcbcrgcii nördlich vom Kenia in kritischer ^.agc, 4 seiner Leute Maren von den Eingeborenen ermorecl worden rind incine Anwesenheit schien erwünscht.

Kiliinanjaro Leuten Stelle,

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Aber

wie den Fluß überschreiten, der seiner Zeit schon -M'. Peter-^ ein unüberwindliches Hindernis; cntgegengestellt hatte k -nr" flochten aus einer Weidenart einen großen Korb in -bootv- form, überzogen das Ganze mit dem Sonnendach meines Zeltes und das Boot war fertig. Eine Probefiel günstig arw Tage setzten wir in 2 Abtheilnngen über, inch^ohne l Strome mit Btühe einem^A»griff eines Kutz- Drci " ""

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mitten im _ _ . .

Pferdes entgangen zu sein. Drei Tage .

wir in Seitfn. dem Lager Herrn Nenniann s. «ud w: ^ Tage darauf bestraften wir durch einen nachckichen l.eoer- soll die Nienchelinörder, bis sie B

welche ;ich

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; n 6e zahlten. Wir zogen dann in die ivildreiche Eb/m iclckie sich im Norden des Kenia znm Guasto-Airo-^ uss

boten- und Ebene, e