Wissenschaftliche Sitzung der Senckenbergischen t natnrforschenden Gesellschaft.
' In dem großen Hörsaal des Bibliothekgebäudes, der sich -^/diesmal durch die ausgestellte Büste Soemmerriug's inmitten ^^frischer Blumen in festlichem Gewände zeigte, hatten sich ( gestern die Mitglieder der Senckenbergischen natnrforschenden Gesellschaft versammelt, um dten Bericht der Kommission zur Ertheilung des Soemmerring - Preises entgegenzunehmen. Der Preis wurde den 7. April 1828 am fünfzigjährigen Doktorjnbiläum des berühmten Samuel Thomas v. Soemmerring, der zu den Stiftern der Gesellschaft gehört, begründet. Er besteht in einer Summe von 500 Mark nebst einer silbernen Ehrenmünze und wird alle vier Jahre einem deutschen Forscher „für die bedeutendste Leistung in der Physiologie im weitesten Sinne des Wortes" gewährt. Zum ersten Male wurde der Preis 1837 vergeben und bis jetzt ist tt an fünfzehn Forscher, darunter ein Frankfurter, der unvergeßliche Pflanzenphhsiologe Anton de Vary, vertheilt worden. Die im verflossenen Jahre gewählte Preiskommission bestand ans den Herren Professor Edinger, Direktor Lepsius, Professor Möbius, Professor Reichenbach und Geheimrath Professor Weigert. Letzterer referirte in längerem Vortrage über die von der Preiskommission in Betracht gezogenen Arbeiten; nur über eine chemische Arbeit berichtete Herr Direktor Lepsius. Die Kommission erkannte den Preis einstimmig Herrn Professor G. Born in Breslau zu für seine Abhandlung „lieber Verwachsungsversuche mit Amphibienlarvcn", erschienen im Archiv für Entwicklungsmechanik der Organismen. Bd. IV, Heft 3 und 4. Born ist Professor an der entwicklnngsgeschichtlichen Abtheilung des anatomischen Instituts in BreSlau und ist wohl noch vielen Frankfurtern in Erinnerung von der letzten Naturforscher-Versammlung her, bei der in der zoologischen Abtheilnng der Ausstellung von ihm zur Verwachsung gebrachte lebende Froschlarven und Frösche zu sehen waren.
Der Vorsitzende, Herr Oberlehrer Blum, dankte den ^WsHerrcn von der Preiskommission für die große Mühe, W^der sie sich zur Prüfung der reichen Litteratur in uneigennütziger Weise unterzogen hatten, sowie für die lichtvolle Darlegung der Berathungsergebnisfe durch ihren Berichterstatter.