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Alsdann hielt Herr Dr. Reichenbach einen VortragUeber die Lösung einer wichtigen Frage in der Entwicklungs-Geschichte der Säugethiere/ Vor noch gar nicht langer Zeit wurde die moderne Entwicklungslehre von vielen Seiten ans das Heftigste bekämpft. Man führte dabei nicht nur die der 'menschlichen Er­kenntnis; überhaupt unzugänglichen Gebiete in's Feld, sondern man urgiiste auch die Lücken aus denjenigen Zweigen der Wissen­schaft, wo dieselbe von jeher Triumphe feiern konnte. Heute ist dies anders geworden. Alan hat sich gewöhnt, die Entwicklung^ theorie als das anzusehen, was sie ist: ein großartiger und gcisti voller Erklärungsversuch, der mit jedem Jahr die glänzendsten Be­stätigungen erfährt und so lange festgehalten werden wird, bis seine Unhaltbarkeit dargethan ist, was wir tvohl nicht erleben werden. Eine Hauptstütze der Entwicklungstheorie ist die Lehre von der Eleichwerthigkeit der Keimblätter, wonach alle Thiere, mit Aus­nahme der Einzelligen, aus drei flachenhaft angelegten Primitiv­organen sich aufbanen, so zwar, daß immer das gleichgclagcrte . Blatt den gleichen Organshstemen den Ursprung gibt. Redner entwickelte nunmehr kurz die Geschichte jener Lehre, hob die Ver­dienste von C. F. Wolff, Pander, Baer, Remak, Bischofs, Ko walewsky u. v. a. hervor, durch deren Arbeiten eine ganz über­raschende Uebereinstimmung in der Anlage jener Keimblätter sich ergeben habe, bis auf eine einzige Ausnahme, die bis in die jüngste Zeit hinein als ein unaufgeklärtes Räthsel dasiand. Einer unserer hervorragendsten Embrhologen, Bischofs, dessen Werke zu den besten gehören, die die embrhologische Literatur aller Völker hervorgebracht, hatte im Jahre 1852 am Meer­schweinchen nachgewiesen, daß dort die Keimblätter gerade »in­gekehrt liegen. Das erste Keimblatt spielte die Rolle des drittelt und umgekehrt. Bischoff's Beobachtungen fanden Bestütigr.ng durch Reichert und Herlsen und die Keimblüttertheorie hatte hier einen ^uhUgen-Stein ches Anstoßes, dem man rathlos gegenüber stand. Durch eine Reihe von neueren Arbeiten ist nun derselbe- entfernt worden; es kommen hier besonders die Untersuchungen vonÄ'Pffer, Fraser, Schäfer und hauptsächlich von Selenka in Be­tracht, die die Entwickelung derHaus-, Feld- und Waldmaus, sowie der Ratte und des Meerschweinchens betrafen. Der Vortragende referirt nunmehr die Hauptergebnisse jener Forschungen und erläutert die ziemlich verwickelten Verhältnisse durch schematische Zeichnungen.. Das Hauptresultat ist Folgendes: Eine äußere Schichte von Zellen des Embryos, die bei anderen Säugethiercn zu Grund geht, bleibt bei den fraglichen Nagern an einer stelle bestehe,,, ja wird hier besonders gut ernährt, wuchert in Folge dessen nach Innen und schiebt so die Embrhonalanlage vor sich her. Hier­durch erfolgtem eine Verlagerung der letzteren, ohne daß jedoch das Schicksal der Keimblätter inuMringsten alterirtwiu ' ' ' ' Un

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