Am 11. Aug. 1860 wurde ich z« Frankfurt a. M. geboren. N7ein Vater gab mich ohne mich für einen besonderen Beruf zu be­stimmen in die Musterschule.

Nach Absolvierung der Vorschulklassen trat ich Ostern 1869 in die Realschule ein. Durch Lähmung eines Beines wurden meine Studien in Ouarta so unterbrochen, daß dadurch die Fortschritte be­einträchtigt wurden. Als ich die Krankheit überstanden, durste ich die Schule ein halbes Jahr lang nicht besuchen. Während dieser Zeit ertheilte mir Herr Dr. Fliedner in den verschiedensten Fächern Unterricht und brachte es dabin, daß ich den anderen voraus war, als ich im Herbst 1872 in die Untertertia wieder eintrat. Von da ab habe ich die Schule ohne Unterbrechung besucht. Ich stehe jetzt vor dem Abitucientenexamen, nach dessen Absolvierung ich aus eine Uni­versität abgehen werde. Ich werde demnach Ostern als einen Wen­depunkt meines Lebens zu betrachten haben, weil hier die Grenze ist zwischen der Zeit der Unselbstständigkeit und der Selbstständigkeit. Und dies um so mehr, weil ich leider den lenkenden Arm des Vaters entbehren muß, den mir ein plötzlicher Tod im Januar des vorigen Jahres entriß.

Dies ist alles was aus meinem Leben der Erwähnung werth ist, und es bleibt mir somit nur übrig zum Schlüsse mich mit den Wor­ten Eiceros zu entschuldigen:

(?ro Archia poeta orat. 32)

Quae secus ac judiciali consuetudine et de hominis ingenio et communiter de ipsius studio locutus sum, judices, ea a vobis spero esse in bonam partem accepta, ab eo qui judicium exercet, certo scio. *)

) Ich hoffe, dafj meine von den Gepflogenheiten vor Gericht abweichenden allge­meinen Ausführungen über die besondere Begabung des Mannes und über seine Be­tätigung bei Ihnen freundliche Aufnahme gefunden haben} von dem Vorsitzenden weih ich es bestimmt.