Preisausschreiben

Die Tatsache, dass durch Einwirkung gewisser chemischer Stoffe beim Menschen bösar­tige Geschwülste entstehen können, verweist mit Nachdruck auf einen aussichtsvollen, bisher aber nur wenig betretenen Weg zur Erforschung der Tumoren. Gelingt es, mit den Methoden der Biochemie die Ursachen zu ergründen, auf denen die krankhafte, zur Tumorenbildung führende Zellenver­mehrung beruht, so ist zu hoffen, dass der Bekämpfung dieser gefährlichen Feinde der Menschheit neue Möglichkeiten eröff- net werden.

Die Senckenbergische Natur­forschende Gesellschaft stellt, um Studien in der bezeichneten Richtung anzuregen und zu för­dern, aus der »Oscar -Dow-Beer-Stiftung* »* die nächste Zeit folgende Mittel zur Verfügung.

1) Zum 1. September 1920 wird zum ersten Mal ein Preis von 15000 Mark für eine vorzügliche Arbeit über biochemische Ursachen bösartiger Geschwülste ausgeschrieben. Der wissenschaftliche Ausschuss der Stiftung behält sich vor, den Preis unter höchstens zwei Bewerber zu teilen und zwar entweder so, dass jeder die Hälfte oder so, dass einer 10 000 der andere 5000 Mark erhält.

Bewerbungen sind möglichst frühzeitig bei der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft zu Händen des Vorsitzenden des wissenschaftlichen Ausschusses der Oscar-Löw-Beer-Stiftung Prof. Dr.

A. Knoblauch einzureichen. Die der Bewerbung beizu­fügende Arbeit muss gedruckt oder in druckfertigem Zustand sein; in letzterem Falle ist ihre Drucklegung innerhalb eines halben Jahres sicherzustellen.