<22.3.1763>

Herr Pfarrer Starck hat

auf der Cantzel los gezogen

gegen das Huren auch der

großen sogar in der

stadt.

oblitus* Räthin Göthe

huren

it<em> Melberin* seine

beyden schwägerinnen

it. daß er ante copula-

tionem cum propria uxore*

gehurt v. die socrus*

Textorin, sie drü-

ber angetroffen,

wie es bestellt war

v. ihn fest an ihre

tochter gehalten.

Herr v. Hohenstein* sagte: Letzthin

sey ihr Vatter auf dem hauß

limburg greulich [allarmiert]

gewesen, causam scivisse

neminem*

forte graviditas filiae

sine marito in

adulterio?*



[Editorische Anmerkungen]

* hat dabei vergessen

* Johanna Maria, geb. Textor (1734–1823), seit 1751 mit dem Materialienhändler Georg Adolf Melber (1725-1780) verheiratet und Mutter von 11 Kindern. J. W. Goethe beschreibt die Tante Melber als warmherzig und lebhaft. (Quelle: Frankfurter Biographie, Bd. 2, S. 31)

* vor der Verheiratung

* Schwiegermutter

* Evtl. Friedrich Christian v. Hohenstein ( * 7.10.1725, † 1792). 1747 Aufnahme in die Ganerbschaft Alten-Limpurg (dank mütterlicher Abstammung von einer Limpurger Familie). Letzter der Familie v. Hohenstein (Quelle: Frankfurter Patrizier)

* den Grund habe niemand gewusst

* vielleicht die Schwangerschaft der Tochter ohne den Ehemann im Ehebruch?